Jahresprogramm 2020 des NWV

 

Das Naturkundemuseum Karlsruhe ist wieder eingeschränkt geöffnet. Wegen der Covid 19-Pandemie finden aber noch keine Vortragsveranstaltungen des NWV im Museum statt. Einige Führungen unter freiem Himmel werden ab dem 11. Juli stattfinden. Näheres findet sich bei diesen Terminen im Jahresprogramm (online). - Gute Gesundheit wünscht, der Vorstand.

 

Zu den Vorträgen des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe e.V. (NWV) treffen sich die Mitglieder des Vereins und Interessenten immer dienstags im Max-Auerbach-Hörsaal des Karlsruher Naturkundemuseums. Die Pforte des Museums ist dann ab

ca. 18.00 Uhr besetzt.

Ein Vortrag pro Semester (in diesem Jahr am 23. Januar und am 27. Oktober) findet in den Räumen der Volkshochschule Karlsruhe (vhs) zu freien Terminen statt. Damit soll die bislang kaum sichtbare Verbindung beider Vereine bekannter gemacht werden, denn wir sind Gründungsmitglied der vhs Karlsruhe.

Exkursionen oder Führungen erfolgen ebenfalls zu freien Terminen. Zu allen Vorträgen und Exkursionen des NWV ist der Eintritt für unsere Mitglieder frei.

Hinweis: Zum Besuch der Dienstagsvorträge besteht für Autofahrer ab ca. 18.00 Uhr Parkmöglichkeit im Museumshof (Einfahrt Lammstraße). Hierzu bitte an der Säule neben der Schranke mit dem mit „Pforte“ bezeichneten Klingelknopf läuten.

Dienstag, 14. Januar 2020
Der Klimawandel – unsere größte Herausforderung
Vortrag von Prof. Dr. Peter Lemke (Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven)
Themenvortrag zur Sonderausstellung: „Planet 3.0 – Klima.Leben.Zukunft“ vom 18.7.2019 bis 3.5.2020) im Karlsruher Naturkundemuseum
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr
In seiner Rede bei der Eröffnung der UN-Klimakonferenz (COP 24) in Kattowice im Dezember 2018 hat der UN-Generalsekretär António Guterres den Klimawandel als unsere größte Herausforderung bezeichnet und zu einem entschlossenen Kampf gegen die globale Erwär­mung aufgerufen. Grundlage dieser Einschätzung sind die Klimabeobachtungen, insbesondere der Verlauf der Lufttemperatur an der Erdoberfläche (siehe Grafik). – Was ist dran an dieser Einschätzung? Was versteht man unter dem Klimawandel? Wodurch wird er verursacht? Was bewirkt er? Wird er unser Leben beeinflussen? Können wir etwas dagegen tun? Diese Fragen werden im Vortrag anhand von Bildern und Diagrammen behandelt.

Das Klima der Erde hat sich in der Vergangenheit stark geändert und wird sich auch in Zukunft ändern. Eiszeiten und Warmzeiten haben sich in einem natür­lichen Rhythmus im Verlaufe der Jahr­hunderttausende abgewechselt. Anders als in der Vergangenheit wird es aber für Klimaänderungen in der Zukunft neben den natürlichen Ursachen auch bedeutende Einflüsse durch menschliche Aktivitäten geben. Der größte Anteil an der globalen Erwärmung der letzten 50 Jahre wird diesen menschlichen Aktivitäten zugeschrieben, so lautet das Fazit des Fünften Berichtes des Weltklimarates (IPCC, 2013), und auch in seinem Sechsten Bericht, der 2020 erscheinen wird, wird es nicht anders sein. Durch die verstärkte Emission von Treibhausgasen (Kohlendioxid, Methan, Lachgas) verursacht die Menschheit einen starken Temperaturanstieg, der unsere gesamte Umwelt beeinflusst: Regen und Schneefall, Windsysteme, Ozeanströmungen, Gletscherschmelze, Eisverluste in Grönland und der Antarktis, Tauen des Permafrostes, Meeresspiegelanstieg und Extremereignisse, wie z.B. Hitzewellen und Starkniederschläge.

Der Vortrag behandelt Beobachtungen in Atmosphäre, Ozean und Eismassen und stellt Szenarien vor, die mit optimierten Modellen die Änderungen des Klimas bis zum Ende dieses Jahrhunderts skizzieren. Angesprochen werden auch die Konsequenzen für Norddeutschland und Möglichkeiten der Abmilderung dieser Änderungen. Der Referent Peter Lemke, Professor für Physik von Atmosphäre und Ozean an der Universität Bremen und bis zu seiner Pensionierung Ende September 2014 Leiter des Fachbereichs Klimawissenschaften am Alfred-Wegener-Institut, ist seit über 30 Jahren in internationalen Gremien im Bereich der Klima- und Polarforschung vertreten. Von 1995 bis 2006 war er Mitglied und von 2000 bis 2006 Vorsitzen­der des Joint Scientific Committee, dem wissenschaftlichen Steuergremium für das World Climate Research Programme. Er war der erste und bisher einzige Deutsche in dieser Position. Für den Vierten Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der 2007 veröffentlicht wurde, hat er das Kapitel 4 (Observations: Snow, Ice and Frozen Ground) der Working Group 1 (The Physical Science Basis) koordiniert. Die Arbeit des IPCC wurde 2007 zusammen mit Al Gore mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Für den Fünften Sachstandsbericht der Working Group 1, der im September 2013 veröffentlicht wurde, war Lemke als Review Editor für das Kapitel 4 und als Leitautor für die Technical Summary tätig. Seit 2009 leitet Lemke die Klimainitiative REKLIM (Regionale Klimaänderungen) der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF), in der neun Zentren der HGF und neun Universitäten zusammenarbeiten. Von 2013 bis 2016 war er Mitglied des »Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen«. Zehn Polarstern-Expeditionen haben ihn bisher in die Arktis, Antarktis und über den Äquator geführt. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme, UNEP) hat Lemke 2016 als Leitautor für den sechsten Umweltlagebericht (Global Environmental Outlook, GEO-6) berufen, der im März 2019 veröffentlicht wurde.

Donnerstag, 23. Januar 2020  Kooperation mit der
Von Baumeistern, Blumenschläfern und Pollensammlern – eine Reise in die faszinierende Welt der Wildbienen
Vortrag von Dr. Paul Westrich (Kusterdingen)
Ort: Volkshochschule Karlsruhe (vhs), Kaiserallee 12e, Bernays-Saal (barrierefrei zugänglich)
Beginn: 19.00 Uhr
Webseite der vhs zur Veranstaltung:
www.vhs-karlsruhe.de/index.php?id=199&kathaupt=11&knr=201-27000

Dr. Paul Westrich, der seit über 40 Jahren die heimischen Wildbienen erforscht und dessen Werk „Die Wildbienen Deutschlands“ vor wenigen Wochen in der 2. Auflage erschienen ist, gibt einen Einblick in die faszinierende Vielfalt der Formen, Farben und Lebensweisen dieser Hautflügler. Er macht die Unterschiede zur Honigbiene deutlich und stellt anhand besonders anschaulicher Beispiele Verhalten, Nistweisen und Baumaterialien der Wildbienen dar. Unersetzlich in ihrem Leben sind Blüten, ohne deren Pollen keine Biene für Nachkommen sorgen kann. Die vielfältigen Abhängigkeiten zwischen Wildbienen und den Blüten oft ganz bestimmter Pflanzen bilden deshalb einen weiteren Schwerpunkt des Vortrags. Brillante Farbfotos und eindrucksvolle Filmsequenzen lassen staunen und sollen nicht zuletzt motivieren, sich für einen nachhaltigen Schutz dieser unverzichtbaren und vielfach bedrohten Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen einzusetzen. Der Vortrag und die anschließende Diskussion liefern dazu viele praktische Hinweise und Empfehlungen.

Dienstag, 28. Januar 2020
Die Wiederansiedlung von Feldhamstern in Baden-Württemberg – Anforderungen, Ergebnisse und Erfahrungen
Vortrag von Dr. Ulrich Weinhold (Institut für Faunistik, Heiligkreuzsteinach)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Noch bis in die 1980er Jahre hinein galt der Feldhamster als Pflanzenschädling und wurde regelmäßig bekämpft, obwohl es keinerlei syste­matische Untersuchungen hierzu gab. Wertet man die wenigen Daten aus, die in einer alten Pflanzenschutz­akte zu finden sind, so hätte man schon Jahre vorher die Bekämpfung einstellen müssen. So aber wurden fleißig weiter Gift eingesetzt und Schlagfallen ausge­bracht. Zusammen mit der zunehmenden Bebauung und dem Ausbau der Verkehrswege verlor Deutschlands buntestes Nagetier nicht nur an Zahl sondern auch an Lebensraum. Die modernen landwirtschaftlichen Produktionsmethoden leisteten ebenfalls ihren Beitrag zur Verarmung der Feldflur und Verknappung des Nahrungsangebotes. Heute ist der Feldhamster vom Aussterben bedroht und kann vielerorts nur mittels Zucht und Wiederansiedlung davor bewahrt werden. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Komplexität eines solchen Vorhabens und zeigt auf, wie eine erfolgreiche Wiederansiedlung gelingen kann.

Samstag, 1. Februar 2020
Nomaden der Lüfte – Gefiederte Wintergäste im Sauerdelta Munchhausen (Frankreich)
Exkursion von Dr. Gerd Schön & Klaus Lechner (NABU Karlsruhe), Andreas Wolf (Naturschutzzentrum Rappenwört) und Jochen Lehmann (OAG) zum Ramsar-Welttag der Feuchtgebiete 2020
Treffpunkt und Zeit: Parkplatz Rheinterrassen, Karlsruhe Maxau (von dort Fahrgemeinschaften nach Munchhausen), Beginn: 13.00 Uhr (Dauer: etwa 4 Stunden)
Es wird empfohlen, ein Fernglas mitzubringen!
Der Vogelzug ist ein faszinierendes Naturschauspiel. Bei der Wahl der Rast- und Winterplätze folgen die meisten Vögel der Tradition ihrer Vorfahren und lassen sich Jahr für Jahr an denselben Stellen nieder, auch entlang des Oberrheines. Sie kommen auf engstem Raum in großer Zahl zusammen, meist in Gesellschaft anderer Arten, die ihre Nahrungsvorlieben teilen.

Dienstag, 4. Februar 2020
Wie steht es um den Igel in unseren Städten? – Igel-Monitoring mit Hilfe von Citizen Science
Vortrag von Fanny Betge, M.Sc. (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Wildtierökologie und Wildtiermanagement)
Themenvortrag zur Dauerausstellung „Heimische Tiere“ des Karlsruher Naturkundemuseums
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Europaweit ist ein Rückgang der Igelpopulationen zu beobachten. Der Rückgang an Insekten als Nahrung, zunehmender Straßenverkehr und Lebens­raumverlust machen dem sympathischen Stacheltier das Überleben zunehmend schwer. Gleichzeitig sind die Grund­lagendaten sehr dünn, um die Populationsentwicklung des Igels in Baden-Württemberg zu dokumentieren. Parallel dazu geht in der Bevölkerung, insbesondere im städtischen Umfeld, das Wissen zu hei­mischen Wildtieren und deren Lebensweise zunehmend verloren. Daher ist es erstrebenswert, aktuelle Daten über den Zustand der Igelpopulation im Siedlungsraum zu generieren und dabei die Bevölkerung für Wildtiere wie den Igel zu sensibilisieren.

Der Igel gilt als Sympathieträger und ist durch sein markantes Äußeres eindeutig zu bestimmen. Diese Eigenschaften machen den Igel zu einer geeigneten Art für ein Citizen Science-Projekt, bei dem Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Forschung eingebunden werden. In der Schweiz wurde in mehreren Städten erfolgreich das Projekt „Igel gesucht“ durchgeführt. Mit Hilfe von Igelbeobachtungen aus der Bevölkerung sollten Wissenslücken über die aktuelle Verbreitung des kleinen Stacheltieres geschlossen werden. Beobachtungen von Igeln konnten über eine Online-Plattform gemeldet werden. Zusätzlich verteilten interessierte ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beköderte Spurentunnel im Stadtgebiet, in denen neugierige Igel auf Futtersuche ihre Fußabdrücke hinterließen, woran ihre Anwesenheit leicht zu erkennen ist. Die Ergebnisse des Züricher Projekts zeigen, dass Igel immer noch in vielen Stadtgebieten verbreitet sind, dass die Igeldichte zwischen den Stadtteilen jedoch stark variiert und die Verbreitungskarte im Vergleich zu Karten aus den 1990er Jahren Lücken aufweist.

Dienstag, 18. Februar 2020
Alle Vögel sind noch da? Vögel, Ökosysteme und der Klimawandel
Vortrag von Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt/Main)
Themenvortrag zur Sonderausstellung: „Planet 3.0 – Klima.Leben.Zukunft“ vom 18.7.2019 bis 3.5.2020) im Karlsruher Naturkundemuseum
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Vögel spielen beim Klimawandel eine besondere Rolle. Einerseits sind Vögel wichtige Indikatoren für den Klimawandel. Wir bemerken bei diesen auffallenden und mobilen Arten oft als erstes, wenn neue Arten aus dem Süden einwandern oder nördliche Arten seltener werden. In der Tat gibt es schon seit Jahren Bestandszunahmen und Ausbreitung bei südlichen Arten, und Bestandrückgänge bei nördlichen Arten. Auf der anderen Seite übernehmen Vögel wichtige Funktionen in Ökosystemen. Sie transportieren Samen und tragen auf diese Weise zu Fortpflanzungserfolg und Ausbreitung von Büschen und Bäumen bei. So spielt z.B. der Tannenhäher eine wichtige Rolle für die Regeneration der Zirbelkiefer in den Alpen, insbesondere für die Verschiebung der Baumgrenze in höhere Lagen. Andere Arten können Samen über viele Kilometer, auch in fragmentierten Agrarlandschaften ausbreiten. Vögel sind damit für die Anpassungsfähigkeit von Ökosystemen an den Klimawandel von zentraler Bedeutung.

Dienstag, 10. März 2020
Das Sterben der anderen – wie wir die biologische Vielfalt noch retten können
Lesung mit Tanja Busse (Hamburg, www.tanjabusse.de)
aus aktuellem Anlass zum Thema Biodiversitätskrise
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

„Mama, was ist das für ein Geräusch?“ Ein kleiner Junge hört mit fast fünf Jahren zum ersten Mal in seinem Leben eine Grille zirpen und ist völlig überrascht. In diesem Moment versteht seine Mutter, was Insektensterben bedeutet. In den letzten 27 Jahren hat die Zahl der Fluginsekten um mehr als 75 Prozent abgenommen, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Welt, wie wir sie kennen, ist im Verschwinden begriffen. In den letzten Jahrzehnten sind vor allem die Spezialisten verschwunden, also Arten, die besondere Lebensräume brauchen, Störche etwa oder Kiebitze. Inzwischen aber passiert etwas Neues, etwas sehr Unheimliches: Allerwelts­arten wie Feldlerchen, Schwalben und Spatzen verschwinden und ebenso Insekten, die es früher massenhaft gab. Feldgrashüpfer zum Beispiel oder Laufkäfer. Wir erleben gerade ein Massenaussterben wie zuletzt vor 66 Millionen Jahren, und die Wissen­schaftler sind sich einig, dass der Klimawandel die Biodiversitätskrise noch verstärken wird. Und unsere politischen Systeme schaffen es nicht annähernd, so umfassend zu reagieren, wie es nötig wäre. Wir haben Schutzgebiete – aber sie schützen nicht. Wir haben Umweltziele - aber wir verfehlen sie permanent und nehmen das achselzuckend hin. Das Tragische ist dabei: Wir wissen, was zu tun wäre, um die biologische Vielfalt zu retten. Nur wir handeln nicht danach. Tanja Busse, viel gefragte Landwirtschafts- und Ökoexpertin, macht Vorschläge, wie die biologische Vielfalt noch zu retten ist. Sie fordert ein Tribunal der Arten, vor dem gefährdete Tiere und Pflanzen ihr Überlebensrecht einfordern.

Einladung

Im Anschluss an die Lesung am 10. März 2020 findet ab ca.20.00 Uhr im Max-Auerbach-Vortragssaal im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe die

Mitglieder-Hauptversammlung

des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe e.V. statt, zu der hiermit satzungsgemäß herzlich eingeladen wird.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung, Feststellung der frist- und formgerechten Ladung, Beschluss der endgültigen Tagesordnung
  2. Bericht des 1. Vorsitzenden
  3. Berichte der Arbeitsgemeinschaften
  4. Kassenbericht des Geschäftsführers
  5. Bericht der Kassenprüfer
  6. Aussprache über die Berichte
  7. Entlastung des Vorstandes
  8. Beratung von Anträgen der Mitglieder
  9. Verschiedenes

Anträge der Mitglieder sind spätestens eine Woche vorher dem Vorstand zuzuleiten

ENTFÄLLT Sonntag, den 15. März 2020  (Kooperationsveranstaltung)
Karlsruhe: Steine in der Stadt
Geologische Exkursion mit Dr. Matthias Geyer (www.geotourist-freiburg.de)
Treffpunkt und Zeit: 14.00 Uhr am Eingang des Naturkundemuseums in Karlsruhe (Dauer ca. 2h). Anmeldung erforderlich bei Dr. M. Geyer, Tel./SMS 0162-4065416 oder per E-Mail: info@geotourist-freiburg.de. à für Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins ist die Teilnahme kostenlos, Nichtmitglieder zahlen € 15,-

Im Verlauf eines geologischen Stadtrundgangs durch einen Teil der Karlsruher Innenstadt werden die geologische Situation der Stadt im nördlichen Oberrheingraben und die wichtigsten Bausteine erläutert. Dabei spielt der Buntsandstein eine wichtige Rolle. Aber auch Keupersandsteine sind aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Neben den Vorkommen werden auch die Entstehungsmodelle der Gesteine erläutert. Der Stadtrundgang ist eine ideale Ergänzung oder Einstimmung zum Besuch der Dauerausstellung „Geologie am Oberrhein“ im Naturkundemuseum. Für die Teilnahme sind keine Fachkenntnisse erforderlich. Der Stadtrundgang endet wieder am Naturkundemuseum.

ENTFÄLLT Sonntag, 29. März 2020
Vogelkundliche Führung durch das NSG „Sandheiden und Dünen“ bei Sandweier
Exkursion von Klaus Lechner (NABU-Karlsruhe) und Jochen Lehmann (Ornithologische Arbeitsgemeinschaft)
Treffpunkt und Zeit: 8:00 Uhr am Parkplatz Europahalle zur Bildung von Fahrgemeinschaften oder 8:30 Uhr beim NSG: Autobahnabfahrt Rastatt-Süd, B3 Richtung Rastatt, dann 1. Möglichkeit links Richtung Sandweier bis zur Einfahrt (rechts) zum ehemaligen Militärgelände am Waldrand (Dauer: etwa 2-3 Stunden)
Falls vorhanden, bitte Fernglas mitbringen!

Da sich in sandigen Gebieten eine landwirtschaftliche Nutzung nicht lohnt, wurden solche Flächen gerne vom Militär genutzt. So auch bei Sandweier, wo nach dem zweiten Weltkrieg von 1954 bis 1999 ein Übungsplatz durch die französischen Streitkräfte unter dem Namen „Puységur-Gelände“ betrieben wurde. Diese Nutzung war für die auf offene Sandflächen angewiesenen Tier- und Pflanzenarten von Vorteil. Seit 2011 steht das Gebiet unter Naturschutz. Zur Offenhaltung der Lebensräume werden Ziegen und Schafe eingesetzt, so daß Arten wie die Heidelerche bis heute im Gebiet präsent sind.

ENTFÄLLT Dienstag, 31. März 2020
Tanreks, Fossas und Sifakas - Die außergewöhnliche Tierwelt Madagaskars im Wandel der Zeiten
Vortrag von Dr. Rainer Dolch (Association Mitsinjo, Andasibe, Madagaskar)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Als ein Überbleibsel des Urkontinents Gondwana liegt Madagaskar seit mehr als hundert Millionen Jahren isoliert im Indischen Ozean. Durch die lange Zeit der Isolation ist die Evolution hier eigene Wege gegangen und hat eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt hervorgebracht. Hierzu gehören u.a. die Lemuren, die mehr als hundert rezente Arten umfassen, endemische Raubtiere wie die Mungo-ähnlichen Vontsiras und die Puma-ähnlichen Fossas, sowie an Igel und Spitzmäuse erinnernde Vertreter der Tanreks – einer Säugetiergruppe, die in der Verwandtschaft der Elefanten und Erdferkel steht. Die ausgestorbene Megafauna Madagaskars umfasste zudem mehrere Arten von Flusspferden und Riesenlemuren sowie den Riesenlaufvogel Aepyornis. Auch die heute noch existierende Fauna der Insel ist durch den Einfluss des Menschen massiv vom Aussterben bedroht. Ansätze zum dringend nötigen Schutz dieser einzigartigen Lebewelt werden aufgezeigt

ENTFÄLLT Samstag, 4. April 2020
Wildpflanzen kennenlernen für Anfänger – wie werde ich ein(e) Artenkenner(in)?
Exkursion mit Thomas Breunig (Karlsruhe) in Zusammenarbeit mit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e.V. und dem Naturschutzzentrum Karlsruhe- Rappenwört
Treffpunkt und Zeit: Eingang des Karlsruher Schlosses, 14.00 Uhr (Dauer ca. 3 Stunden)
Anmeldung erforderlich unter info@botanik-plus.de, die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen beschränkt

Wie kann ich mitmachen bei der Erforschung der heimischen Pflanzen­welt, wie kann ich Pflanzen kennen­lernen und sicher bestimmen, wo kann ich dabei Unterstützung finden, und auf was kommt es an, wenn ich eine Pflanzenbeobachtung für die Kartierung der Karlsruher Flora melde? Um diese Themen geht es bei dieser Exkursion für Anfänger*innen. Unsere interessantesten Pflanzenbeobach­tungen werden wir über die Plattform der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland (www.botanik-sw.de) melden, sie fließen somit gleich in die Kartierung ein.

ENTFÄLLT Dienstag, 21. oder (Ausweichtermin) Dienstag, 28. April 2020
NachtAktiv – Frühlingsfalter im Auwald
Führung mit Michael Falkenberg, Michael Schlemm und Entomologischer AG (Naturkundemuseum Karlsruhe) in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Karlsruhe Rappenwört
Anmeldungerforderlich unter 0721-950470 im Naturschutzzentrum! Der endgültige Termin ist vom Wetter abhängig und wird spätestens am 20. April 2020 mitgeteilt. Treffpunkt und Zeit: Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört, 20.30 Uhr, Dauer ca. 3 Stunden.
Bitte Taschen- oder Kopflampe mitbringen!

Bei einem so genannten „Lichtfang“, so die Bezeichnung für das nächtliche Anlocken von Insekten durch Licht, können Sie in dieser Frühlingsnacht mit dabei sein. Wir werden dazu direkt am Naturschutzzentrum einen „Lichtfangturm“ aufbauen und die Falter mit speziellen Lampen anlocken. – Warum fliegen die Nachtfalter das Licht mit kurzer Wellen­länge besonders an? Welche Nachtfalter sind zu erwarten, und werden sie auch kommen? Ist die Falterfauna des Auen­waldes auf Rappenwört intakt? Erfahren Sie Wissenswertes über die Schmetter­linge der Nacht, über ihre Lebensweise und wie wir sie schützen können.

ENTFÄLLT Dienstag, 19. Mai 2020
Schmetterlingskundliche und botanische Exkursion in die Neureuter Feldflur
Kooperation mit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland und dem Naturschutzzentrum Rappenwört
Führung mit Andreas Kleinsteuber und Dr. Robert Trusch (beide Karlsruhe)
Treffpunkt: Karlsruhe-Neureut, an der Bushaltestelle „Neureut-Kirche“ (Linien 71, 72). Wir laufen dann Richtung Spielplatz am Rand des Tiefgestades (westlich der Neureuter Hauptstraße). Achtung, am Treffpunkt selbst befinden sich keine Parkplätze!
Beginn: 16.00 (Dauer ca. 2-2,5 Stunden)
Bei Regen muss die Veranstaltung entfallen.

Von den auf der Neureuter Gemarkung Ende des 19. Jahrhunderts noch großflächig vorhandenen Wiesenbeständen sind heute unter anderem durch Entwässerung und Umwandlung in Äcker nur noch kleine Restflächen erhalten. Mit dem Niedergang der Wiesen sind auch zahlreiche schon damals seltene Arten vollständig verschwunden. Trotzdem findet man auf den verbliebenen Wiesenflächen der Rheinniederung von Neureut immer noch eine interessante Flora, die bei der Exkursion vorgestellt wird. Dazu gehören z.B. Bistorta officinalis, Dianthus superbus und Cirsium tuberosum. Ebenfalls vorgestellt werden viele Schmetterlingsarten und einige andere Insekten, die auf der Wanderung beobachtet werden.

ENTFÄLLT Freitag, 5. Juni 2020
Der Ziegenmelker im Hardtwald
Führung der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft mit Jochen Lehmann (Bühl)
Treffpunkt und Zeit: Waldparkplatz Friedrichstaler Allee / K 3579 bei Stutensee-Friedrichstal, Beginn: 21.00 Uhr (Dauer etwa 2 Stunden)

Mit etwa 25 Brutpaaren in Baden-Württemberg gehört der Ziegenmelker zu unseren seltensten Vogelarten. Durch seine nächtliche und heimliche Lebensweise ist er vielen Menschen unbekannt. Nur zur Balzzeit benimmt sich die „Nachtschwalbe“, wie der Ziegenmelker auch genannt wird, auffällig, denn sein schnurrender Reviergesang ist kaum zu überhören. – Hören wir ihm zu! Bei einem kleinen Abendspaziergang werden Biologie und Lebensweise der Art vorgestellt.

ENTFÄLLT Freitag, 26. Juni bis Samstag, 27. Juni 2020
Geologisch-lepidopterologische Exkursion „Wutach-Schlucht“
Führung mit Dr. Thomas J. Degen (Halle/Saale) und Dr. Robert Trusch (Kalrsruhe)
Anmeldung an thomas.degen@geo.uni-halle.de ist erforderlich! Die Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt. Übernachtung in der Schattenmühle (8-Bett- bis Einzelzimmer, Preis mit Frühstück ca. € 25-50,-) wird durch Herrn Degen gebucht.
Bitte denken Sie an das Wetter angepasste Kleidung, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Anti-Stechmückenspray und ggf. eigene naturkundliche Ausrüstung.

Die Wanderung führt zu Beginn durch den Buntsandstein, dann die meiste Zeit durch den Muschelkalk und ein wenig durch den Keuper. Vor der Wanderung wird die Morphologie der Region Schwarzwald-Baar-Oberrhein erläutert, um so die Entstehung der Flußanzapfung der Wutach zu erklären. Nach der Wanderung werden wir von der Wutachmühle mit dem Bus wieder zurück zur Schattenmühle fahren (in Kurtaxe inbegriffen). Auf der Rückfahrt zur Schattenmühle steigen wir an der B 315 am Beginn der Lotenbachklamm aus und gehen zu Fuß durch die Lotenbachklamm zur Schattenmühle (Dauer ca. 40 Minuten). Sie ist eine wunderschöne Schlucht mit mehreren Wasserfällen und wir würden durch Kristallin wandern. Unterwegs in der Wutachschlucht werden wir fossile Bodenhorizonte im Buntsandstein sehen, eine Rinnenfüllung gefüllt mit Karneol, diverse Sinterbildungen und Hangrutschungen in vielfältiger Ausführung. Schmetterlingskundlich werden wir auf der Wanderung alles erklären, was entlang des Weges fliegt, in der Nacht wird mit Licht die Nachtfalterfauna studiert werden.

Samstag, 11. Juli 2020 → Auf 19 Teilnehmer begrenzt, Anmeldung erforderlich: 0721-9379386
Wildpflanzen in der Stadt
Führung mit Thomas Breunig (Karlsruhe) in Zusammenarbeit mit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e.V. und dem Naturschutzzentrum Karlsruhe- Rappenwört
Treffpunkt und Zeit: Südweststadt, Haltestelle Otto-Sachs-Straße (Straßenbahn-Linien 2 und 5), 15.00 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden)

Nicht um die bunten Blumenbeete und die Stadtbäume, nicht um das gärtnerische Grün geht es bei dieser Führung, sondern um das, was wild wächst in der Stadt. Nahezu unbemerkt hat sich hier eine Vielzahl von Arten angesiedelt – heimische Waldpflanzen ebenso wie Ackerwildkräuter, mediterrane Gewächse und weit gereiste Exoten aus Südamerika, Ostasien oder Australien. Manche sind auffällig und inzwischen weit verbreitet in Karlsruhe, andere wollen mit detektivischem Blick an ungewöhnlichen Wuchsorten entdeckt werden. Selbst der Blick in die Lichtschächte vor den Kellerfenstern lässt in der Südweststadt botanische Raritäten erwarten.

Freitag 17. Juli 2020 VERSCHOBEN auf Freitag, den 21. August 2020 

Die Tier- und Pflanzenwelt der Baggerseen um Karlsruhe
Exkursion mit den Tauchern der Limnologischen Arbeitsgemeinschaft, Leitung Dr. Sabrina Plegnière und Thomas Holfelder, in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört
Anmeldung im Naturschutzzentrum unter 0721/950470 erwünscht
Treffpunkt: Baggersee Fuchs & Gros, 76344 Eggenstein, Kopfweg 8 (von der B36 nach Eggenstein und dann immer Richtung „Lithonplus GmbH & Co. KG“, kurz vor dem Werktor rechts auf den Parkplatz, dann geradeaus zum See)
Beginn 17.00 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden

Baggerseen sind vom Menschen geschaffene Lebensräume. Nach dem Ende der Auskiesung werden sie meist fischerei­lich und für Freizeitaktivitä­ten genutzt. Mit der Zeit finden Pflanzen und Tiere aus dem Umfeld ihren Weg in das neu entstandene Gewässer und es bilden sich interessante Lebens­gemeinschaften. Darunter sind aber auch Arten von weither, die mitunter Probleme mit sich bringen und zum Beispiel heimische Arten verdrängen können. Regelmäßig beobachtet und dokumentiert wird dies von den Tauchern der Limnologischen Arbeitsgemein­schaft des Naturwissenschaftlichen Vereins. Für die Vorstellung sammeln die Taucher unter Wasser Pflanzen und Tiere, die dann vor Ort in Aquarien ausgestellt und mit ihren Besonderheiten besprochen werden.

 

Sommerpause

Montags (3. August bis 26. Oktober 2020, bei gutem Wetter bis 2. November 2020)
Öffentliche Pilzberatung
Pilzberater der AG Pilze (PiNK)
Ort und Zeit: Westeingang des Nymphengarten-Pavillons, 17.00 bis 19.00 Uhr

Wie immer während der Pilzsaison geben Pilzberater der AG Pilze (PiNK) einmal wöchentlich (montags, am Westeingang des Pavillons) Auskunft über Bestimmungsmerkmale, Speisewert, Häufigkeit und vieles mehr.

Sonntag, den 13. September 2020 (Kooperationsveranstaltung)
Spätsommer im Kaiserstuhl
Geologische Tagesexkursion mit Dr. Matthias Geyer (www.geotourist-freiburg.de)
Treffpunkt und Zeit: 10.30 Uhr in Breisach am Parkplatz beim Kreisverkehr (Ortseingang B 31), (Dauer ca. 5-6 Stunden). Anmeldung erforderlich bei Dr. M. Geyer, Tel./SMS 0162-4065416 oder per E-Mail: info@geotourist-freiburg.de à für Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins ist die Teilnahme kostenlos, Nichtmitglieder zahlen € 35,-

Auf einer geologischen Zeitreise durch den Kaiserstuhl im südlichen Oberrheingraben werden bekannte geologische Punkte wie der Winklerberg, die Lößhohlgasse in Bickensohl, der Badberg, der Limberg bei Sasbach und der Aussichtspunkt Mondhalde besucht. Die unterschiedlichen Gesteine werden erklärt, die geologische Karte und die Entstehungsgeschichte des Kaiserstuhls und das Rohstoffpotential dieses Vulkangebiets erläutert. Zusätzlich wird weiterführende Literatur vorgestellt.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass in Anbetracht der gegenwärtigen Gesundheitslage für die Veranstaltungen die bekannten Abstands- und Hygieneregeln gelten. Aus diesem Grund ist es auch unerlässlich, dass Sie sich ab sofort zu einer Exkursion anmelden, damit die Begrenzung auf 10 Teilnehmer eingehalten werden kann. Bitte bringen Sie zur Veranstaltung Ihre Kontaktdaten mit (Name, Vorname, Telefonnummer und / oder E-Mail). Diese Informationen werden im verschlossenen Umschlag 4 Wochen zum Zweck einer eventuellen Rückverfolgung aufbewahrt. Bitte bezahlen Sie passend oder überweisen Sie den Betrag auf die Bankverbindung, die Ihnen bei der Veranstaltung mitgeteilt wird.

 

ENTFÄLLT Dienstag, 29. September 2020
Renchen 2018 – der erste Meteoritenfall Baden-Württembergs
Vortrag von Dieter Heinlein (Bavarian Meteorite Lab, Augsburg)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Am Abend des 10. Juli 2018 ereignete sich in Baden-Württemberg ein Meteoriten­fall, der von Meteor­kameras des European Network registriert wurde. Somit war die präzise Berechnung der atmos­phärischen Bahn der Feuerkugel und des Aufschlagsgebiets der Meteorite möglich. Bei der systematischen Suche wurden inzwischen sechs Steinmeteorite von 1,23 kg Masse im Gebiet der Stadt Renchen im Ortenaukreis gefunden. Der L5-6 Chondrit Renchen ist der erste Meteoritenfall Baden-Württembergs, der genau untersucht und bestätigt wurde. – Der Astrophysiker D. Heinlein berichtet über die spannende Jagd nach diesem Meteoriten und referiert über die Ergebnisse der wissenschaft­lichen Untersuchungen. Er ist Technischer Leiter des Feuerkugelnetzes des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für Planetenforschung). Seit 40 Jahren sammelt er Meteorite und ist auf diesem Gebiet auch als anerkannter Gutachter tätig.

ENTFÄLLT Samstag-Sonntag, 3.-4. Oktober 2020, jeweils 10.00-18.00 Uhr
17. Karlsruher Frischpilzausstellung
AG Pilze des Naturwissenschaftlichen Vereins (PiNK)
Nymphengarten-Pavillon des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe

Das Naturkundemuseum Karlsruhe veranstaltet in Zusammenarbeit mit der AG Pilze im Naturwissenschaftlichen Verein Karlsruhe (PiNK) die Frischpilzausstellung zum 17. Mal. Es werden voraussichtlich 250 bis 300 Arten gezeigt. Zusätzlich werden in einem großen Diorama Bäume und die mit ihnen vergesellschafteten Pilze präsentiert. Außerdem gibt es wieder eine „Ausstellung in der Ausstellung“. Diesmal präsentieren Dirk E. Hebel, Professor für Nachhalti­ges Bauen am KIT, und seine Mitarbeiter einen aus Pilzgeflecht bestehenden „mycotree“ („Pilzbaum“) und zeigen, wie Pilze als nachhaltiges Baumaterial eingesetzt werden können. Ein Pilzzüchter aus der Altmark wird Zuchtpilze verkaufen und Besucher mit einer Pilzpfanne verköstigen. Die Besucher können sich ferner über die neueste Pilzliteratur an einem Buch­stand informieren, Pilze von den Pilzexperten der Arbeitsgruppe bestimmen lassen oder sie unter dem Mikroskop studieren.

VERSCHOBEN AUF 21.-24. September 2021

6.-9. Oktober 2020 XVIIth International Symposium on Zygaenidae

Dienstag, 6. Oktober 2020
Zygaenology 1828-2020 – Review and Outlook
Öffentlicher Eröffnungsvortrag von Axel Hofmann (Hochstetten)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

The XVIIth International Symposium on Zygaenidae will take place in Karlsruhe (Baden-Württemberg, Germany) from 6-9 October 2020. It will be organised by the Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe (SMNK) and the Naturwissenschaftlicher Verein Karlsruhe (NWV). The scientific coordinator is Axel Hofmann. The meeting will take place in SMNK; the meeting will start on Tuesday evening, 6 October 2020, with welcome addresses by Professor Dr Norbert Lenz (Director of the SMNK) and Dr Robert Trusch (Chairman of the NWV) followed by an public introductory lecture by Axel Hofmann (“Zygaenology 1828-2020 – Review and Outlook”). Main topics of the symposium:

  1. Zygaenidae as bio-indicators
  2. Biology, ecology and distribution of Zygaenidae
  3. Molecular DNA results, taxonomy and systematics of Zygaenidae
  4. Reports on field studies
  5. Presentation of new publications.

For participation or any further information, please contact hofmann@abl-freiburg.de

VERSCHOBEN auf 25. September 2021 (voraussichtlich)

Samstag, 10. Oktober 2020
Südwestdeutscher Tag der Insektenkunde:
Maßnahmen und Erfolge zum Schutz von Insekten
Öffentliche Tagung der Entomologen aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe
Max-Auerbach-Vortragssaal, Beginn 9.30 Uhr

Auf dieser, für jeden Interessierten offenen Fachtagung treffen sich Liebhaber der Insekten und beruflich auf dem Gebiet der Entomologie tätige Fachleute zum öffentlichen Austausch ihrer Ergebnisse und Erfahrungen. Das Forum steht insbesondere den interessierten Laien zur aktiven und passive Teilnahme offen. Auf der Tagung sollen neue Beobachtungen und Forschungsergebnisse zu Insekten mit dem Schwerpunkt auf Mitteleuropa präsentiert werden. Im Fokus sollen in diesem Jahr Untersuchungen zum Rückgang der Insekten aber auch neue Erkenntnisse aus praktischen Schutzmaßnahmen stehen, um die daraus gewonnenen Lehren weiter zu verbreiten.

ENTFÄLLT Dienstag, 13. Oktober 2020
Bergbau im Nordschwarzwald: Die Grube Käfersteige
Vortrag von Bernd Hagen (Pforzheim)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Der Bergbautechniker Bernd Hagen beschreibt die Geschichte des Bergbaus auf den „Gang Käfersteige“ von der Eröffnung 1932 bis zur Stilllegung 1997. Er gibt Einblicke in eine heute fast vergessene Arbeitswelt mit bisher unveröffentlichten Bildern. Darüber hinaus werden Aufnahmen aus der reichhaltigen Mineralparagenese des Käfersteige-Ganges gezeigt. Der Vortragende hat in der Grube Käfersteige den Bergmanns-Beruf erlernt und dann in Clausthal Bergbautechnik studiert. Er ist Bergbau-Enthusiast und betreibt zusammen mit Gleichgesinnten im Nordschwarzwald bei Pforzheim ein eigenes Bergwerk.

 links: Fluorit, rechts: Baryt auf Fluorit, beide von der Grube Käfersteige im Würmtal bei Pforzheim. – Fotos: Rene Schuster

ENTFÄLLT Dienstag, 27. Oktober 2020 Kooperation mit der
Von der Atacama bis Feuerland - eine naturkundliche Reise nach Chile
Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Albert Reif (Freiburg)
Ort: Volkshochschule Karlsruhe (vhs), Kaiserallee 12e, Bernays-Saal (barrierefrei zugänglich)
Beginn: 19.00 Uhr

Chile erstreckt sich über eine Länge von 4.300 km (17° bis 56° südlicher Breite, ohne Antarktisteil), dies bei einer durchschnittlichen Breite von 170 km. 14% der Fläche sind Inseln. Vulkanismus, Tektonik, extreme Klimaunterschiede prägen das Land und die bis zu über 7.000 m hohen Andenkette mit ihren Gletschern. Entsprechend vielfältig sind die Lebensräume. Sie erstrecken sich (1) von der Atacama-Wüste und dem wüstenartigen Andenhochland im Norden über (2) die mediterran geprägten Winterregenzone um die Hauptstadt Santiago, (3) die temperierten „Valdivianischen“ Regenwälder bis hin zu (4) kühl-temperierten Wäldern mit Südbuchen-Arten. Hinzu kommen (5) Gebirgslebensräume, darunter Wälder mit Araukarien und weiteren Nadelbäumen, Moore, Flussauen, alpine Lebensräume. Flora und Fauna sind geprägt von neotropisch verbreiteten Arten, im Süden auch von Arten des antarktischen Floren- und Faunenreiches. Der Vortrag berichtet über Feldforschungen des Autors und seiner DoktorandInnen über die Wälder in Chile, die Ursachen von Gefährdungen, insbesondere intensive Landnutzung, Neobiota, Klimaänderung

Torres-del-Paine, Araucaria araucana und Vulkan Lonquimaj, Gletscher Lago Grey, Guanakos im Torres del Paine-NP, Gunnera peltata – Fotos: A. Reif

ENTFÄLLT Dienstag, 10. November 2020
Nichts für das „Krabbenbrötchen“ – Beobachtungen an zwei neozoischen Süßwassergarnelen in Deutschland
Vortrag von Dr. Gerhard Schoolmann (Karlsruhe)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Schön und bunt sind sie, weit verbreitet in zahlreichen deutschen Aquarien, und es gibt viele Bücher sowie eine eigene deutschsprachige Zeitschrift über sie: Süßwassergarnelen. Dabei ist wenig bekannt, dass wir in Deutschland zwei neobionte Arten in sehr unterschiedlichen aquatischen Lebensräumen antreffen können. Im gesamten Rhein, einschließlich einer Reihe von Nebenflüssen, Häfen, Kanälen, Altwässern und angebundenen Baggerseen, lässt sich seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts die aus Südeuropa eingewanderte Europäische Süßwassergarnele (Atyaephyra desmarestii) nachweisen. Der deutsche Name ist etwas verwirrend, da es in Europa zahlreiche weitere indigene Garnelenarten gibt. Daneben breitet sich seit 2009 in Nordrhein-Westfalen, ausgehend von einem thermisch belasteten Nebengewässer der Erft, eine zweite, dort ausgesetzte Art aus: die Rückenstrichgarnele (Neocaridina davidi). Ihr ursprünglicher Lebensraum liegt in Ost-China. Der Vortrag vermittelt Erkenntnisse aus 10 Jahren Feldforschung zu diesen beiden Arten und zeigt ihre Einnischung in die neuen Lebensräume, Ausbreitungstendenzen und Populationsentwicklungen. 

ENTFÄLLT Dienstag, 24. November 2020
Die Vermessung badischer Baggerseen – Fauna, Flora, Erdgeschichte – ein Werkstattbericht der Limnologischen AG
Vortrag und Vorstellung mit Dr. Sabrina Plegnière (Jockrim), Dipl.-Ing. Thomas Holfelder (Gaggenau) und Prof. Dr. Norbert Leist (Bad Schönborn)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Vor zwanzig Jahren gründeten neun Taucher die Limnologische Arbeitsgemeinschaft im Naturwissenschaftlichen Verein Karlsruhe e.V. mit dem Ziel, durch regelmäßige systematische Beobachtungen zur Kenntnis der Biologie badischer Gewässer beizutragen und bei Problemen als kompetenter Ansprechpartner Hilfestellung zu leisten. Die Gruppe besteht inzwischen aus 32 Tauchern, die bei über 800 Tauchgängen sowohl Informationen zur heimischen Flora und Fauna als auch gezielt zu Neobiota zusammengetragen hat. Zu den Projekten gehört neben der Kartierung von Wasserpflanzen die Beurteilung der Gewässergüte anhand von Zeigerarten und fallweise die Dokumentation und Bekämpfung von Neobiota. Nachdem Torfschichten unter Wasser zunächst nur nach Makrofossilien abgesucht wurden, entstand mit Dr. Schloß (Jockgrim) ein Projekt zur pollenanalytischen Untersuchung von Unterwassertorfen, das zum ersten Nachweis des Eem (der letzten Warmzeit vor der heutigen, dem Holozän; Dauer etwa 126.000 bis 115.000 Jahre vor heute) in der Oberrheinebene geführt hatte. Bei dem Vortrag werden neben den Projekten der Limnologischen AG die Arbeitsweise und die eingesetzten Gerätschaften von den Mitgliedern der AG vorgestellt.

ENTFÄLLT Dienstag, 1. Dezember 2020
Wein, Pilz, Klimawandel - Szenen einer Dreiecksbeziehung
Vortrag von Prof. Dr. Peter Nick (Karlsruher Instituts für Technologie KIT, Botanisches Institut/Molekulare Zellbiologie)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Vor etwa 9.000 Jahren haben Menschen zum ersten Mal Wein erzeugt. Seither ist die Weinrebe ein steter Begleiter unserer Kultur. In Europa hat sie ganze Zivilisationen und viele Landschaften geprägt, auch hier am Oberrhein. Die Weinrebe ist aber nicht nur für uns Menschen attraktiv, sondern auch für zahlreiche Pilze. Man kann sie mit gutem Recht als eines der ersten Opfer der Globalisierung bezeichnen, als nämlich vor etwa 150 Jahren pathogene Pilze aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt wurden. Die Folgen sind noch heute spürbar: etwa 70% des Fungizidverbrauchs in Europa geht aufs Konto des Weinbaus! In den letzten Jahren macht sich auch der Klimawandel bemerkbar, weil sich neue Pilzkrankheiten, wie das Esca-Syndrom ausbreiten. Alleine im Elsass beziffern sich die Schäden auf eine Milliarde Euro jährlich! Und auch bei uns fordern die heißen und trockenen Sommer ihren Tribut. – Müssen wir uns also damit abfinden, dass weiterhin mehr als 10-mal pro Saison gespritzt wird, um eine Ernte einzufahren? Oder gelingt es, nachhaltigere Wege zu finden, um diese Schadorganismen einzudämmen? Diese Fragen stellt Prof. Nick, Experte für Pilzkrankheiten der Weinrebe und Leiter des Botanischen Instituts des KIT in seinem Vortrag. Damit dies gelingen kann ist Grundlagenforschung gefragt. Erfahren Sie, mit welch raffinierter Finesse die Pilze vorgehen, um ihren Wirt zu überwältigen oder für ihre Zwecke zu manipulieren. Und auch, welche Lösungen die Evolution für solche Probleme bereithält. Diese Lösungen können auch wir nutzen, wenn wir die komplizierten und nicht immer konfliktfreien Beziehungen zwischen Wein und Pilz erforschen.

Links. 1: REM-Aufnahme eines jungen aus einem Stoma herauswachsenden Sporangiums von Plasmopara viticola, dem Falschen Mehltaupilz des Weins. Rechts: Mit Anilinblau gefärbtes, über Konfokalmikroskopie im Weinblatt sichtbar gemachtes Myzel von Plasmopara viticola. – Fotos: P. Nick

Sonntag, 20. Dezember Adventspilze in den RheinauenFührung mit Dr. Markus Scholler (Karlsruhe), mit Glühwein und Punsch zum AbschlussAnmeldung erforderlich unter 0721-950470 im Naturschutzzentrum! Treffpunkt und Zeit: Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört, 13:30 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden.Treffpunkt: NAZKAHauptsaison für Pilzsamm­ler sind die Monate September und Oktober. Tatsächlich kann man Pilze das ganze Jahr über finden und bestaunen. Es gibt sogar Arten, die vor­zugsweise in der kalten Jahreszeit Fruchtkörper bilden, z.B. der farblich auffällige Goldgelbe Zitter­ling und der Samtfuß­rübling. Dr. Scholler, Mykologe am Naturkundemuseum Karlsruhe, wird uns einige dieser Arten im Rahmen eines Adventsspaziergangs vorstellen und ihre Besonderheiten und Merkmale demonstrieren. Nach der Rückkehr ins Naturschutzzentrum, gibt es die Möglichkeit, sich bei einem Glas Glühwein oder Punsch aufzuwärmen und die Wolfs-Ausstellung anzusehen. 

Oben Goldgelber Zitterling Tremella mesenterica – unten: Samtfußrübling Flammulina velutipes. – Fotos M. Scholler

Bitte besuchen Sie auch die Veranstaltungen unserer Arbeitsgemeinschaften!
Wir laden unsere Mitglieder und Interessenten herzlich zu unseren Veranstaltungen ein.


Auskunft erteilt: Dr. Robert Trusch, 1. Vorsitzender, Naturwissenschaftlicher Verein Karlsruhe e.V., c/o Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe, Erbprinzenstr. 13, 76133 Karlsruhe, Tel. 0721/1752842, E-Mail: trusch@smnk.de