Jahresprogramm 2022 des NWV

 

Wegen der Coronavirus (COVID-19)-Pandemie stehen auch 2022 noch die Planungen des NWV unter Vorbehalt! Die Veranstaltungen können zu den Terminen nur unter Anwendung der dann jeweils gültigen offiziellen Corona-Verordnung stattfinden.

Zu den Vorträgen des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe e.V. (NWV) treffen sich NWVMitglieder und Interessenten immer dienstags im Max Auerbach-Hörsaal des Karlsruher Naturkundemuseums (Pforte ab ca. 18.00 Uhr besetzt).

Die Vorträge zur Ausstellung „Neobiota“ können voraussichtlich zunächst nur digital stattfinden. Sie können über unseren YouTube Livestream www.youtube.com/user/smnkarlsruhe zur gegebenen Uhrzeit anstelle des Korallenriffbeckens angesehen werden. Fragen können über die Chat-Funktion gestellt werden.

Ein Vortrag im Herbstsemester soll am 11. Oktober 2022 wieder in den Räumen der Volkshochschule Karlsruhe (vhs) stattfinden. Damit wird die Verbindung beider Vereine (vhs und NWV Karlsruhe) bekannter gemacht, denn der NWV ist Gründungsmitglied und Beirat der Volkshochschule Karlsruhe.

Exkursionen oder Führungen erfolgen zu freien Terminen. Zu allen Vorträgen und Exkursionen des NWV ist die Teilnahme für Mitglieder frei. Hinweis: Zum Besuch der Dienstagsvorträge besteht für Autofahrer ab ca. 18.00 Uhr Parkmöglichkeit im Museumshof (Einfahrt Lammstraße). Hierzu bitte an der Säule neben der Schranke am Klingelknopf „Pforte“ läuten.

 

Dienstag, 18. Januar 2022
Neobiota auf dem Vormarsch. Bedrohung oder Bereicherung?
Vortrag von Dr. Hanno Seebens (BiK-F, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum) zur aktuellen Großen Landesausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“ vom 17.11.2021 bis 11.9.2022
Digital über den Livestream www.youtube.com/user/smnkarlsruhe, 18.30 Uhr
 

Die Einführung und Ausbreitung von Neobiota durch den Menschen befindet sich auf dem höchsten Stand, der jemals gemessen wurde, und führt zu weitreichenden Änderungen unserer einheimischen Ökosysteme. Im Vortrag werden die Trends und Auswirkungen der Einbringung neuer Arten vorgestellt und die Frage betrachtet, wie diese bewertet werden können. (Bläulingszikade Metcalfa pruinosa. – Foto: O. Zimmermann.



Dienstag, 8. Februar 2022
Im Anflug – die Asiatische Hornisse
Vortrag von Dr. Manfred Verhaagh (Naturkundemuseum Karlsruhe) zur aktuellen Großen Landesausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“ vom 17.11.2021 bis 11.9.2022
Digital über den Livestream www.youtube.com/user/ smnkarlsruhe, 18.30 Uhr
 

2004 wurde die Asiatische Hornisse Vespa velutina erstmals in Südwest-Frankreich nachgewiesen. Von dort hat sie innerhalb von 15 Jahren große Teile Westeuropas besiedelt und kommt seit 2016 auch in Deutschland vor. Schwerpunkt der hiesigen Verbreitung sind bislang Karlsruhe und die benachbarten Landkreise. Von der Europäischen Union wurde sie als unerwünschte invasive Art eingestuft, da sie deutlich größere Völker als die einheimische Hornisse aufbaut und damit einen hohen Bedarf an Insekten für die Larvenaufzucht hat. Dieser wird zu einem großen Anteil durch den Fang von Honigbienen gedeckt, wenn im Jagdradius der Arbeiterinnen Bienenstöcke stehen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die bislang bekannte Biologie und aktuellen Bekämpfungsmaßnahmen.
(Manfred Verhaagh mit Nest der Asiatischen Hornisse. – Foto: privat)

 

Dienstag, 22. Februar 2022
Karlsruhe – ein Hotspot für neue Arten in Deutschland?
Vortrag von Dipl.-Biol. Karsten Grabow (Pädagogische Hochschule Karlsruhe) zur aktuellen Großen Landesausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“ vom 17.11.2021 bis 11.9.2022
Digital über den Livestream www.youtube.com/user/ smnkarlsruhe, 18.30 Uhr
 

Die wärmebegünstigte Lage und die verkehrstechnische Anbindung Karlsruhes sind ideale Voraussetzungen für die Einwanderung und Etablierung von Tierarten. Dass sich dies auch in der Praxis wiederspiegelt, soll in dem Vortrag anhand von Fallbeispielen aus den unterschiedlichsten Tiergruppen gezeigt werden. Neben bekannten größeren Einwanderern, wie Nilgans oder Ochsenfrosch, werden auch kleinere Neozoen und ihre Auswirkungen vorgestellt.
(Nilgans Alopochen aegyptiaca. – Foto: Shutterstock)

 

Dienstag, 8. März 2022
Meteoriteneinschläge auf der Erde – Fluch oder Segen aus dem Weltall?
Vortrag von Prof. Dr. Mario Trieloff (Universität Heidelberg)
Max Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr (wenn in Präsensz möglich)
 

Meteorite sind meist kleine Gesteinsbruchstücke aus dem Kosmos. Oft fallen sie unbemerkt auf die Erde, manchmal auch mit großem Getöse. Insbesondere sehr große Körper, ab mehreren hundert Metern
Durchmesser, erreichen die Erdoberfläche mit etwa der zehnfachen Geschwindigkeit einer Gewehrkugel und setzen beim Einschlag enorme Energien frei. Sie können somit eine Gefahr darstellen, die mit anderen Naturkatastrophen verglichen werden kann. Die meisten kleinen Meteorite, die im Labor mit hochempfindlichen Methoden untersucht werden können, sind Bruchstücke von Kleinplaneten bzw. Asteroiden zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Sie entstanden gemeinsam mit unserem gesamten Sonnensystem vor 4,6 Milliarden Jahren. In Ihnen finden wir die ältesten Mineralkörner unseres Sonnensystems, und man kann durch Messungen ermitteln, wie und wie schnell die Planeten in unserem Sonnensystem entstanden. Der Referent Prof. Trieloff ist Leiter des Klaus-Tschira-Labors für Kosmochemie am Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg.
(Scheibe des Allende-Meteoriten. – Foto: D. Heinlein)

 

Dienstag, 15. März 2022
Neue Pflanzen: Leben mit dem Wandel!
Vortrag von Prof. Dr. Ingo Kowarik (Technische Universität Berlin) zur aktuellen Großen Landesausstellung „Neobiota Natur im Wandel“ vom 17.11.2021 bis 11.9.2022
Digital über den Livestream www.youtube.com/user/ smnkarlsruhe, 18.30 Uhr (oder eventuell bereits wieder im Max Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr)
 

Neophyten verändern unsere Landschaften. Um Risiken und Chancen abschätzen zu können, müssen wir die Ursachen dafür besser verstehen und traditionelle Naturschutzkonzepte überprüfen.
(Japanischer Staudenknöterich Fallopia japonica. – Foto: Shutterstock)


Sonntag, 3. April 2022 (Kooperationsveranstaltung)
Kaiserstuhl – Wein und Stein (ganztägige Exkursion)
Geologische Exkursion mit Dr. Matthias Geyer (www.geotourist-freiburg.de)
Treffpunkt und Zeit: 10.00 Uhr auf dem Parkplatz (48°01‘33.1“N 7°35‘16.9“E) am Ortseingang von Breisach hinter dem Kreisverkehr. Der Parkplatz befindet sich in einer Entfernung von etwa 300 m zum
Bahnhof in Breisach (Dauer der Exkursion ca. 6h).
Anmeldung erforderlich bei Dr. M. Geyer, Tel./SMS 0162-4065416 oder per E-Mail: info@geotourist-freiburg.de. Maximal 10 Teilnehmer. – Für Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins
ist die Teilnahme kostenlos, Nichtmitglieder zahlen € 40,-

Der frühlingshafte Kaiserstuhl bietet natürlich auch eine interessante Pflanzen- und Tierwelt. Auf einer geologischen Zeitreise durch den Kaiserstuhl lassen wir aber zur Abwechslung einmal die Steine sprechen. Es werden bekannte geologische Punkte wie der Winklerberg bei Ihringen, die Lößhohlgasse in Bickensohl, der Badberg bei Altvogtsburg und der Aussichtspunkt Mondhalde im zentralen Teil des Kaiserstuhls sowie der Limberg bei Sasbach mit seinen Gesteinen aus dem Erdmantel aufgesucht. Die im Kaiserstuhl vorkommenden unterschiedlichen Gesteine werden erklärt und die geologische Karte sowie die Entstehung und das Rohstoffpotential des Kaiserstuhls erläutert. Außerdem wird der Oberrheingraben als zentrale Bruchstruktur in Mitteleuropa und ergänzend weiterführende Literatur vorgestellt.

 

Dienstag, 26. April 2022
Der Rhein – eine Invasionsautobahn für tierische Neobiota
Vortrag von Dipl.-Biol. Karsten Grabow und Prof. Dr. Andreas Martens (Pädagogische Hochschule Karlsruhe)
zur aktuellen Großen Landesausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“ vom 17.11.2021 bis 11.9.2022
Digital über den Livestream www.youtube.com/user/ smnkarlsruhe, 18.30 Uhr (oder eventuell bereits wieder im Max Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr)
 

Die Tierwelt des Oberrheins wird heute von Neobiota bestimmt. Die Ursachen liegen besonders in dem starken Ausbau zur internationalen Binnenwasserstraße. Weil die Schifffahrt immer weiter intensiviert wird, breiten sich neue Arten rasend schnell aus – kaum im Rheineinzugsbereich entdeckt, werden sie oft schon kurz danach bei Karlsruhe gefunden. Der Oberrhein zeigt besonders deutlich, was die Neobiota-Problematik ausmacht.
(Kamberkrebs Orconectes limosus. – Foto: T. Holfelder)

 

Samstag, 7. Mai 2022
Exkursion zum Kennenlernen des Kalikokrebses
mit Prof. Dr. Andreas Martens (Pädagogische Hochschule Karlsruhe) im Rahmen der aktuellen Großen Landesausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“ vom 17.11.2021 bis 11.9.2022
Treffpunkt: Rheinstetten/Mörsch, am Parkplatz gegenüber der Bushaltestelle Sonnenstraße (Bus 106)
Beginn: 14.00 Uhr (Dauer: ca. 2 Stunden)
 

Sie waren noch nicht im Kalikokrebs-Projektgebiet? Dann wird es Zeit! Sie lernen den Kalikokrebs, seine Biologie, seine gravierenden Auswirkungen auf die Biodiversität und ein wichtiges regionales Naturschutzprojekt kennen.
(Kalikokrebs Faxonius immunis. – Foto: T. Holfelder)



Dienstag, 24. Mai 2022
Schmetterlingskundliche und botanische Exkursion in die Neureuter Feldflur
Führung mit Andreas Kleinsteuber und Dr. Robert Trusch (beide Karlsruhe) in Kooperation mit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland (BAS) und dem Naturschutzzentrum Rappenwört (NAZKA)
Treffpunkt: Karlsruhe-Neureut, an der Bushaltestelle „Neureut-Kirche“ (Linien 71, 72). Wir laufen dann Richtung Spielplatz am Rand des Tiefgestades (westlich der Neureuter Hauptstraße). Achtung, am Treffpunkt selbst befinden sich keine Parkplätze!
Beginn: 16.00 (Dauer ca. 2-2,5 Stunden). Bei Regen muss die Veranstaltung entfallen.
 

Von den auf der Neureuter Gemarkung Ende des 19. Jahrhunderts noch großflächig vorhandenen Wiesenbeständen sind heute unter anderem durch Entwässerung und Umwandlung in Äcker nur noch kleine Restflächen erhalten. Mit dem Niedergang der Wiesen sind auch zahlreiche schon damals seltene Arten vollständig verschwunden. Trotzdem findet man auf den verbliebenen Wiesenflächen der Rheinniederung von Neureut immer noch eine interessante Flora, die bei der Exkursion vorgestellt wird. Dazu gehören z.B. Bistorta officinalis, Dianthus superbus und Cirsium tuberosum. Ebenfalls vorgestellt werden viele Schmetterlingsarten und einige andere Insekten, die auf der Wanderung beobachtet werden.
(Schwalbenschwanz Papilio machaon. – Foto: R. Trusch)



Dienstag, 21. Juni 2022 (Kooperationsveranstaltung)
Karlsruhe: Steine in der Stadt
Geologische Exkursion mit Dr. Matthias Geyer (www.geotourist-freiburg.de)
Treffpunkt und Zeit: 16.00 Uhr am Eingang des Naturkundemuseums in Karlsruhe (Dauer ca. 2h).
Anmeldung erforderlich bei Dr. M. Geyer, Tel./SMS 0162-4065416 oder per E-Mail: info@geotourist-freiburg.de. Maximal 10 Teilnehmer. – Für
Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins ist die Teilnahme kostenlos, Nichtmitglieder zahlen € 15,-
 

Im Verlauf eines geologischen Stadtrundgangs durch einen Teil der Karlsruher Innenstadt werden die geologische Situation der Stadt im nördlichen Oberrheingraben und die wichtigsten Bausteine erläutert. Dabei spielt der Buntsandstein eine wichtige Rolle. Aber auch Keupersandsteine sind aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Neben den Vorkommen werden auch die Entstehungsmodelle der Gesteine erläutert. Der Stadtrundgang ist eine ideale Ergänzung oder Einstimmung zum Besuch der Dauerausstellung „Geologie am Oberrhein“ im Naturkundemuseum. Für die Teilnahme sind keine Fachkenntnisse erforderlich. Der Stadtrundgang endet wieder am Naturkundemuseum.
(Das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe (SMNK) – Foto: V. Griener)



Donnerstag, 23. Juni 2022
Schmetterlingskundliche Bestimmungsexkursion
Führung mit Dipl.-Umweltwiss. Astrid Lange, Harald Schuldt und Dr. Robert Trusch (alle Karlsruhe) im Rahmen der aktuellen Großen Landesausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“ vom 17.11.2021 bis 11.9.2022, gleichzeitig in Kooperation mit dem Naturschutzzentrum Rappenwört
Treffpunkt: Karlsruhe-Grötzingen (Nord), „Im Jäger“, Ausgang zur Hattenkehlenhohl (Achtung, bitte im Wohngebiet parken, am Treffpunkt befinden sich keine Parkplätze). Beginn: 16.00 (Dauer ca. 2-2,5 Stunden)
Anmeldung im Naturkundemuseum Karlsruhe, Tel. 0721-175-2111 erforderlich! Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt.
Bei Regen wird die Veranstaltung verschoben und ein neuer Termin allen angemeldeten Teilnehmern mitgeteilt.
 

Am Knittelberg nördlich von Grötzingen grenzt der Kraichgau an das Stadtgebiet. Der Berg besteht aus Muschelkalk mit Lößauflage und bildet damit eine völlig andere, sich aus der mit Fluss-Schottern gefüllten Rheinebene heraushebende Formation. Untergrund und Exposition bringen eine willkommene Bereicherung der Flora und Fauna der Stadt Karlsruhe mit sich. Landschaftlich wird der Berg von Streuobstwiesen, Gärten und landwirtschaftlichen Flächen dominiert, es gibt auch Hohlwege und sogar kleinere Felsabbrüche in dem Gebiet. Gemeinsam werden Beispiele der dort reichhaltigen Schmetterlingsfauna gesammelt und die wichtigsten Bestimmungsmerkmale von Schmetterlingen besprochen. Und vielleicht gelingt in den Gärten oder auf den Wiesen auch der Fund des einen oder anderen „Neubürgers“ – die ja der Grund für die Neobiota-Ausstellung im Naturkundemuseum sind.
(Senfweißling Leptidea spec. – Foto: R. Trusch)



Sonntag, 10. Juli 2022
Neophyten in der Innenstadt
Führung mit Thomas Breunig (Karlsruhe) im Rahmen der aktuellen Großen Landesausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“ vom 17.11.2021 bis 11.9.2022, gleichzeitig in Zusammenarbeit mit der Botanischen
Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e.V. (BAS) und dem Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört (NAZKA)
Anmeldung im Naturschutzzentrum unter 0721/950470 oder unter info@nazka.de 
Treffpunkt: vor dem Haupteingang des Naturkundemuseums. Beginn: 15.00 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden)
 

Nicht nur viele gepflanzte Straßenbäume haben ihre Heimat in anderen Kontinenten, sondern auch viele der in der Karlsruher Innenstadt wild wachsenden Pflanzenarten. Nahezu aus allen Erdteilen stammen die exotischen Einwanderer, zum Beispiel aus Australien, Südafrika, Ostasien und Nordamerika. Manche Neophyten wachsen verborgen in Pflasterfugen und Lichtschächten, andere stechen ins Auge wie der Götterbaum mit seinen großen Blättern.
(Götterbaum Ailanthus altissima. – Foto: M. Verhaagh)



Freitag, 22. Juli 2022
Neomyceten auf Zier- und Kulturpflanzen
Führung von Dr. Markus Scholler (Naturkundemuseum Karlsruhe) im Rahmen der aktuellen Großen Landesausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“ vom 17.11.2021 bis 11.9.2022
Anmeldung im Karlsruher Naturkundemuseum unter 0721/1752111 erforderlich! Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt.
Treffpunkt: Botanischer Garten des KIT, Am Fasanengarten 2, Karlsruhe. Beginn: 15.00 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden)

Neomyceten sind ursprünglich gebietsfremde Pilze, die sich hier etabliert haben. Viele dieser Neomyceten sind pflanzenparasitische Arten auf exotischen Zier- und Kulturpflanzen. Eine Vielzahl dieser interessanten Kleinpilze findet man im Botanischen Garten des KIT, auch weil die Gärtnerei darauf verzichtet, Fungizide einzusetzen. Vorgestellt werden rund 15 Arten aus Südeuropa, Süd- und Nordamerika, Australien und Asien.



Freitag, 29. Juli 2022
Neobiotische Tiere und Pflanzen in Baggerseen um Karlsruhe
Exkursion mit den Tauchern der Limnologischen Arbeitsgemeinschaft, Leitung Dr. Sabrina Plegnière und Thomas Holfelder, im Rahmen der aktuellen Großen Landesausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“ vom 17.11.2021 bis 11.9.2022, gleichzeitig in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört
Anmeldung im Naturschutzzentrum unter 0721/950470 oder unter info@nazka.de
Treffpunkt: Baggersee Fuchs & Gros, 76344 Eggenstein, Kopfweg 8 (von der B36 nach Eggenstein und dann immer Richtung „Lithonplus GmbH & Co. KG“, kurz vor dem Werktor rechts auf den Parkplatz, dann geradeaus zum See)
Beginn: 17.00 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden)
 

Baggerseen sind vom Menschen geschaffene Lebensräume. Mit der Zeit finden Pflanzen und Tiere aus dem Umfeld ihren Weg in das neue Gewässer und bilden interessante Lebensgemeinschaften.
Darunter sind oft Neobiota, die auch Probleme mit sich bringen können. Taucher der Limnologischen Arbeitsgemeinschaft des Naturwissenschaftlichen Vereins beobachten und dokumentieren regelmäßig die Veränderungen unter Wasser. Für die Exkursion werden Unterwasserpflanzen und -tiere gesammelt und vor Ort in Aquarien vorgestellt.
(Ochsenfroschkaulquappe Lithobates catesbeianus. – Foto: T. Holfelder)

 

Sommerpause

 

Montags, 15. August bis 7. November 2022
Öffentliche Pilzberatung
Pilzberater der AG Pilze (PiNK)
Ort und Zeit: Westeingang des Nymphengarten-Pavillons, 17.00 bis 19.00 Uhr

Wie immer während der Pilzsaison geben Pilzberater der AG Pilze (PiNK) einmal wöchentlich Auskunft über Bestimmungsmerkmale, Speisewert, Häufigkeit und vieles mehr.
(Stolze Steinpilz-Sammlerin. – Foto: M. Scholler)



13.-16. September 2022
XVIIth International Symposium on Zygaenidae

The XVIIth International Symposium on Zygaenidae will take place in Karlsruhe (Baden-Württemberg, Germany) from 13-16 September 2022. It will be organised by the Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe (SMNK) and the Naturwissenschaftlicher Verein Karlsruhe (NWV). The scientific coordinator is Axel Hofmann. The meeting will take place in SMNK; the meeting will start on Tuesday evening, 13 September 2022, with welcome addresses by Professor Dr. Norbert Lenz (Director of the SMNK) and Dr Robert Trusch (Chairman of the NWV) followed by an public introductory lecture by Axel Hofmann (“Zygaenology 1828-2020 – Review and Outlook”).
(Marokkanisches Blutströpfchen Zygaena alluaudi ssp. inula. – Foto: A. Hofmann)

Main topics of the symposium:
1. Zygaenidae as bio-indicators
2. Biology, ecology and distribution of Zygaenidae
3. Molecular DNA results, taxonomy and systematics of Zygaenidae
4. Reports on field studies
5. Presentation of new publications.

For participation or any further information, please contact hofmann@abl-freiburg.de

 

Tuesday, September 13, 2022
Zygaenology 1828-2020 – Review and Outlook
Opening Lecture (in English) by Axel Hofmann (Hochstetten)
Max Auerbach-Lecture hall, 6.30 p.m. (18.30 Uhr)

For more than 200 years burnet moths (Zygaeninae) have been the subject for scientific research. While at the beginning of the 19th century the main focus was on morphological characters, the focus changed in the second half to biological and genealogical aspects. Just a few years after the rediscovery of the Mendelian rules by de Vries (1900), Burgeff (1912-1914, published in 1921 after the war) discovered the heritage of characters in Zygaena ephialtes. This was the very first confirmation of the validity of Mendel’s rules for an animal. Subsequent important works by Alberti (on relationships), Naumann et al. (electrophoresis, ecology, biospecies concept), Nahrstedt (defence systems), Sbordoni et al. (mimicry), Wipking (diapause regulation), Hille (zoogeography), Tremewan (genetics), Niehuis (molecular phylogeny) and many others essentially contributed to our understanding of historical aspects, inter- and infraspecific interactions and dependencies in general. Currently burnet moths play an important role as bio-indicators and flagship species in nature conservation. Meanwhile the long-term, wide-ranging and intensive study of this group of Lepidoptera has led to a discipline of its own and has reached the level of an „ology“.
(Veränderliches Widderchen Zygaena ephialtis. – Foto: A. Hofmann)



Dienstag, 27. September 2022
The Beauty of Early Life. Spuren frühen Lebens
Vortrag von Prof. Dr. Norbert Lenz (Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe)
Max Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr
 

„The Beauty of Early Life: Spuren frühen Lebens“ ist der Titel eines Ausstellungs- und Forschungsprojektes des Naturkundemuseums Karlsruhe in Kooperation mit dem Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM, https://
zkm.de/de/ausstellung/2022/03/the-beauty-of-earlylife-spuren-fruehen-lebens
). Der deutsch-amerikanische Biologe und Hauptvertreter der synthetischen Evolutionstheorie Ernst Mayr (1904-2005) schrieb schon vor Jahren, dass Evolution keine Vermutung oder Annahme ist, sondern eine nüchterne Tatsache. Dennoch erhitzt die Evolutionstheorie von Charles Darwin (1809-1882) auch heute noch viele Gemüter. Mancherorts ist es sogar verboten, das Thema im Schulunterricht zu behandeln. Die Brisanz der Thematik hatte bereits Darwin zögern lassen, seine Theorie zu veröffentlichen. Auch war ihm die Unvollständigkeit der geologischen Zeugnisse bewusst. Vor allem mangelte es zu Darwins Lebzeiten an den von ihm geforderten „Zwischenvarietäten“, er beklagte die „Dürftigkeit der paläontologischen Sammlungen“. Darwin war auch bewusst, dass die ältesten ihm bekannten Fossilien von bereits hoch entwickelten Lebewesen wie Trilobiten, aber nicht aus der Frühzeit des Lebens stammten – ein Dilemma für Darwin. In den untersten, ältesten bekannten fossilienhaltigen Schichten erschienen Vertreter etlicher Tierstämme relativ plötzlich im Fossilbefund: die kambrische „Artenexplosion“. Heute aber, mehr als eineinhalb Jahrhunderte nach der 1859 erfolgten Veröffentlichung von Darwins Hauptwerk „Der Ursprung der Arten durch natürliche Selektion“ sind Wissenschaftlern viele Fossilien aus der Zeit vor der Periode des Kambriums, dem „Präkambrium“, bekannt – Fossilien, die zu Darwins Lebzeiten noch nicht entdeckt worden waren. Darwins Dilemma ist somit weitgehend gelöst, doch sind die meisten dieser oft unscheinbaren und erklärungsbedürftigen Funde aus der Frühzeit des Lebens der breiten Öffentlichkeit weiterhin kaum bekannt. Dies soll durch das Projekt „The Beauty of Early Life: Spuren frühen Lebens“ geändert werden, in Zusammenarbeit mit dem ZKM, denn archaische Lebensformen wurden auch in der zeitgenössischen Kunst zu einem viel beachteten Thema.
(Gliederfüßer Fuxianhuia protensa (Foto o.), Schwamm Chancelloria pentacta (Foto u.) – Fotos: M. Vielsäcker) 

 

Einladung

Im Anschluss an den Vortrag am 27. September 2022 findet ab ca.20.00 Uhr im Max-Auerbach-Vortragssaal im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe die

Mitglieder-Hauptversammlung

des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe e.V. statt, zu der hiermit satzungsgemäß herzlich eingeladen wird.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung, Feststellung der frist- und formgerechten Ladung, Beschluss der endgültigen Tagesordnung
  2. Bericht des 1. Vorsitzenden
  3. Berichte der Arbeitsgemeinschaften
  4. Kassenbericht des Geschäftsführers
  5. Bericht der Kassenprüfer
  6. Aussprache über die Berichte
  7. Entlastung des Vorstandes
  8. Wahl eines neuen Vorstandes
  9. Beratung von Anträgen der Mitglieder
  10. Verschiedenes

Anträge der Mitglieder sind spätestens eine Woche vorher dem Vorstand zuzuleiten

 

Samstag bis Sonntag, 8.-9. Oktober 2022
17. Karlsruher Frischpilzausstellung
AG Pilze des Naturwissenschaftlichen Vereins (PiNK)
Ort und Zeit: Nymphengarten-Pavillon des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe, jeweils 10.00-18.00
Uhr

Das Naturkundemuseum Karlsruhe veranstaltet in Zusammenarbeit mit der AG Pilze im Naturwissenschaftlichen Verein Karlsruhe (PiNK) die Frischpilzausstellung zum 17. Mal. Es werden voraussichtlich 250 bis 300 Arten gezeigt. Zusätzlich werden in einem großen Diorama Bäume und die mit ihnen vergesellschafteten Pilze präsentiert. Außerdem gibt es wieder eine „Ausstellung in der Ausstellung“. Diesmal präsentieren Dirk E. Hebel, Professor für Nachhaltiges Bauen am KIT, und seine Mitarbeiter einen aus Pilzgeflecht bestehenden „mycotree“ („Pilzbaum“) und zeigen, wie Pilze als nachhaltiges Baumaterial eingesetzt werden können. Ein Pilzzüchter aus der Altmark wird Zuchtpilze verkaufen und Besucher mit einer Pilzpfanne verköstigen. Die Besucher können sich ferner über die neueste Pilzliteratur an einem Buchstand informieren, Pilze von den Pilzexperten der Arbeitsgruppe bestimmen lassen oder sie unter dem Mikroskop studieren.
(Dunkler Lackporling Ganoderma carnosum. – Foto: M. Scholler)
 

 

Dienstag, 11. Oktober 2022 in Kooperation mit der vhs.
„Fossillagerstätte Brunn – die Geburt des Solnhofen-Archipels“
Vortrag von Dr. Martin Röper (GeoZentrum Solnhofen)
Ort: Volkshochschule Karlsruhe (vhs), Kaiserallee 12e, Bernays-Saal (barrierefrei zugänglich)
Beginn: 19.00 Uhr – Eintritt frei!

Solnhofen ist einer der klangvollsten Namen in der Paläontologie. Wichtig für das Verständnis des geowissenschaftlichen Begriffs Solnhofen ist, dass dieser weit über das lokale Gebiet der fränkischen Lokalität Solnhofen hinausgeht. So setzte sich schon vor über einhundert Jahren der Begriff „Schiefer von Solnhofen“ für alle Gebiete in der Fränkischen Alb zwischen Langenaltheim/Solnhofen im Westen und Kelheim/Regensburg im Osten durch. Überall, wo Platten und Fossilien von ähnlicher Qualität wie in den Solnhofener Steinbrüchen ans Tageslicht kamen, begann der Steinabbau. Mit einer heutigen Ausdehnung von über 100 km Länge und bis zu 40 km Breite gehören die Plattenkalk- und Fossilvorkommen der Solnhofener Erd- und Lebensgeschichte zu den weltweit bedeutendsten Fundarchiven der Flora und Fauna des Erdmittelalters.

Früher waren die Wissenschaftler der Auffassung, die heute zu Stein gewordene Landschaft entlang von Altmühl und Donau war zur Jurazeit eine einzige, große Küstenlagune gewesen. Die Lagune selbst wurde kaum differenziert. Heute wissen wir, dass es eben diese eine große Solnhofener Lagune so nie gegeben hat. Im Gegenteil bestand das Gebiet aus einer Vielzahl von kleinen Inseln, Lagunen und
Korallenriffgürteln.

In seinem Vortrag skizziert Dr. Röper, Leiter des Museums Solnhofen, ein vollkommen neues Bild des erdgeschichtlichen Solnhofen. Demnach entstand in der Zeit 153 bis 147 Millionen Jahren vor heute zwischen 25 und 30 Grad nördlicher Breite am Nordrand der Tethys im Bereich einer Flachwasser-Karbonatplattform eine Südseeidylle mit mehreren subtropischen, verschieden alten Lagunenlandschaften. Diese als „Solnhofen-Archipel“ bezeichnete Südseeidylle existierte über einen Zeitraum von etwa sechs Millionen Jahren. Der Vortrag „Fossillagerstätte Brunn – die Geburt des Solnhofen-Archipels“ entführt die Zuhörer in ein neues, spannendes Kapitel in der unendlichen Geschichte von Solnhofen, das in Brunn geschrieben wurde.
(Crocodilaemus robustus. – Foto o.: SNSB, Bayrische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, Thrissops (Knochenfisch) vom Fundort Brunn. – Foto u.: SMNS)

 

Dienstag, 8. November 2022
Jade – der kaiserliche Edelstein der chinesischen Geschichte und ein besonderer Schmuckstein mit mystischer Kraft
Vortrag von Dr. Gunther Isbarn (Tiefenthal)
Max Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr
 

„Jade“ ist kein von der International Mineralogical Association (IMA) anerkannter Mineralname, sondern steht für das Mineral Jadeit, das zur Pyroxengruppe gehört, und für Nephrit, ein Mischkristall aus der Tremolit-Aktinolith-Reihe. Jadeit und Nephrit entstehen in der Erdkruste unter Druck und/oder Hitze durch metamorphe Umwandlung im Zuge vulkanischer Prozesse in Subduktionszonen, wie dem Pazifischen Feuerring (Neuseeland, Yucatan, Guatemala, Kalifornien, Japan etc.). Obwohl Jade in praktisch allen Teilen der Welt zu finden ist, verwendeten die Völker des Pazifiks und insbesondere die Chinesen, die Olmeken und Maya in Mittelamerika und die Maori in Neuseeland Jade nicht nur zu Kult- und Schmuckzwecken, sondern auch zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen.

Vor allem in China war und ist Jade seit mindestens 8000 Jahren kulturell fest unter dem Begriff „Yù“ verankert, was „Edelstein“ bedeutet. „Yù“ verspricht Glück, war ein Symbol für die Verbindung zwischen Himmel und Erde, eine Brücke vom Leben zur Unsterblichkeit und repräsentierte bestimmte menschliche Tugenden wie Wissen, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit und Güte. Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Begriff „Jade“, den Mineralen Nephrit und Jadeit – ihrer Mineralogie, Entstehung und ihrem Vorkommen. Ein besonderer Schwerpunkt wird die Jadekultur in China in der chinesischen Vergangenheit und Gegenwart sein. Über die Jadekulturen in anderen Teilen der Welt wird ein kurzer Überblick gegeben.
(Jade-Schnitzerei, Qing-Dynastie, Peking, Verbotene Stadt, Hall of Joyful Longevity „Leshou tang“. – Foto: G. Isbarn)



Dienstag, 22. November 2022
Die Vermessung badischer Baggerseen – Fauna, Flora, Erdgeschichte: ein Werkstattbericht der Limnologischen AG
Vortrag und Vorstellung mit Dr. Sabrina Plegnière (Jockrim), Dipl.-Ing. Thomas Holfelder (Gaggenau) und Prof. Dr. Norbert Leist (Bad Schönborn)
Max Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Vor zwanzig Jahren gründeten neun Taucher die Limnologische Arbeitsgemeinschaft im Naturwissenschaftlichen Verein Karlsruhe e.V. mit dem Ziel, durch regelmäßige systematische Beobachtungen zur Kenntnis der Biologie badischer Gewässer beizutragen und bei Problemen als kompetenter Ansprechpartner Hilfestellung zu leisten. Die Gruppe besteht inzwischen aus 32 Tauchern, die bei über 800 Tauchgängen sowohl Informationen zur heimischen Flora und Fauna als auch gezielt zu Neobiota zusammengetragen haben. Zu den Projekten gehört neben der Kartierung von Wasserpflanzen die Beurteilung der Gewässergüte anhand von Zeigerarten und fallweise die Dokumentation und Bekämpfung von Neobiota. Nachdem Torfschichten unter Wasser zunächst nur nach Makrofossilien abgesucht wurden, entstand mit Dr. Schloss (Jockgrim) ein Projekt zur pollenanalytischen Untersuchung von Unterwassertorfen, das zum ersten Nachweis des Eem (der letzten Warmzeit vor der heutigen, dem Holozän; Dauer etwa 126.000 bis 115.000 Jahre vor heute) in der Oberrheinebene geführt hatte. Bei dem Vortrag werden neben den Projekten der Limnologischen AG die Arbeitsweise und die eingesetzten Gerätschaften von den Mitgliedern der AG vorgestellt.
(Taucher vor Torfblock aus dem Eem in einem Baggersee. – Foto: Limnologische AG)



Dienstag, 6. Dezember 2022
Wein, Pilz, Klimawandel – Szenen einer Dreiecksbeziehung
Vortrag von Prof. Dr. Peter Nick (Karlsruher Institut für Technologie KIT, Botanisches Institut/Molekulare Zellbiologie)
Max Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Vor etwa 9.000 Jahren haben Menschen zum ersten Mal Wein erzeugt. Seither ist die Weinrebe ein steter Begleiter unserer Kultur. In Europa hat sie ganze Zivilisationen und viele Landschaften geprägt, auch hier am Oberrhein. Die Weinrebe ist aber nicht nur für uns Menschen attraktiv, sondern auch für zahlreiche Pilze. Man kann sie mit gutem Recht als eines der ersten Opfer der Globalisierung bezeichnen, als nämlich vor etwa 150 Jahren pathogene Pilze aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt wurden. Die Folgen sind noch heute spürbar: etwa 70% des Fungizidverbrauchs in Europa geht aufs Konto des Weinbaus! In den letzten Jahren macht sich auch der Klimawandel bemerkbar, weil sich neue Pilzkrankheiten, wie das Esca-Syndrom ausbreiten. Alleine im Elsass beziffern sich die Schäden auf eine Milliarde Euro jährlich! Und auch bei uns fordern die heißen und trockenen Sommer ihren Tribut. Müssen wir uns also damit abfinden, dass weiterhin mehr als 10-mal pro Saison gespritzt wird, um eine Ernte einzufahren? Oder gelingt es, nachhaltigere Wege zu finden, um diese Schadorganismen einzudämmen? Diese Fragen stellt Prof. Nick, Experte für Pilzkrankheiten der Weinrebe und Leiter des Botanischen Instituts des KIT in seinem Vortrag. Damit dies gelingen kann ist Grundlagenforschung gefragt. Erfahren Sie, mit welch raffinierter Finesse die Pilze vorgehen, um ihren Wirt zu überwältigen oder für ihre Zwecke zu manipulieren. Und auch, welche Lösungen die Evolution für solche Probleme bereithält. Diese Lösungen können auch wir nutzen, wenn wir die komplizierten und nicht immer konfliktfreien Beziehungen zwischen Wein und Pilz erforschen.
(Foto: Peter Nick im Botanischen Institut des KIT. – Foto: privat

Links. 1: REM-Aufnahme eines jungen aus einem Stoma herauswachsenden Sporangiums von Plasmopara viticola, dem Falschen Mehltaupilz des Weins. Rechts: Mit Anilinblau gefärbtes, über Konfokalmikroskopie im Weinblatt sichtbar gemachtes Myzel von Plasmopara viticola. – Fotos: P. Nick

 

Sonntag, 18. Dezember 2022
Adventspilze in den Rheinauen
Führung mit Dr. Markus Scholler (Karlsruhe), mit Glühwein und Punsch zum Abschluss
Anmeldung erforderlich unter 0721-950470 im Naturschutzzentrum!
Treffpunkt: Eingang Strandbad Rappenwört, die Führung endet am Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört
Beginn: 13:30 Uhr, Dauer ca. 1,5 Stunden
 

Wie letztes Jahr wird Dr. Scholler vom Naturkundemuseum wieder eine Winterpilzführung am 4. Advent durchführen. Das Artenspektrum wird ein anderes sein, da auf das Vorkommen der meisten Pilze leider wenig Verlass ist und jedes Jahr andere Pilze auftreten. Ein häufiger Pilz in der kalten Jahreszeit ist der Samtfußrübling oder Winterpilz, der auf dem Bild zu sehen ist.
(Samtfußrübling Flammulina velutipes. – Foto M. Scholler)

 

Bitte besuchen Sie auch die Veranstaltungen unserer Arbeitsgemeinschaften!
Wir laden unsere Mitglieder und Interessenten herzlich zu unseren Veranstaltungen ein.


Auskunft erteilt: Dr. Robert Trusch, 1. Vorsitzender, Naturwissenschaftlicher Verein Karlsruhe e.V., c/o Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe, Erbprinzenstr. 13, 76133 Karlsruhe, Tel. 0721/1752842, E-Mail: trusch@smnk.de