Geologische Arbeitsgemeinschaft

Das Karlsruher Geowissenschaftliche Treffen findet am zweiten Dienstag eines jeden Monats in der Pizzeria "San Marco", Pappelallee 8, 76189 Karlsruhe-Rheinstrandsiedlung, um 18:00 Uhr im Nebenzimmer statt.

Stadtbahnanschluss: Linie 2, Haltestelle Karl-Delisle-Straße. Auf andere Veranstaltungsorte wird gesondert hingewiesen. Es ist eine gemeinsame Veranstaltung der VFMG-Bezirksgruppe Karlsruhe und der Geowissenschaftlichen Arbeitsgruppe des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe. Das Mitbringen von Exponaten ist erwünscht. Ein Mikroskop und ein Beamer stehen zur Verfügung. Gäste sind zu allen Veranstaltungen herzlich willkommen.

Das Jahresprogramm 2022 steht auch im Internet zur Verfügung:
https://vfmg.de/wp-content/uploads/2021/12/Jahresprogramm-2022GeowissTreffenInternet.pdf
www.nwv-karlsruhe.de/arbeitsgemeinschaften/geologische-ag/

Leitung und Auskünfte: Werner Wurster, Tel.: 0721 - 462918,
Mail: werner.wurster@hotmail.com

Programmänderungen vorbehalten!

Zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Jahresprogramms 2022 ist Corona-bedingt noch nicht absehbar, wie es mit unseren Treffen in 2022 weitergeht. Deshalb wird zu jedem Termin mit eMail ein- bzw. ausgeladen. Gäste werden gebeten, sich bei Werner Wurster – eMailAdresse und Telefon siehe oben – zu informieren!

Jahresprogramm 2022

Dienstag, 11.01.2022
Gemütliches Beisammensein undWerner Wurster, Pfinztal: Vorstellung des Jahresprogramms 2022 des Karlsruher Geowissenschaftlichen Treffens. Eintritt frei, Unkostenbeitrag erwünscht.

Dienstag, 08.02.2022
Die Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie e.V., Heidelberg hat bei der Wintertagung im März 2020 den Fluorit zum Mineral des Jahres 2020 proklamiert. Der von der VFMG zur Verfügung gestellte Vortrag zum Thema konnte Corona-bedingt bisher nicht gehalten. Werner Wurster, Pfinztal versucht ihn jetzt zu halten. Er bringt auch ausgewählte Stücke aus seiner Sammlung mit, die Teilnehmer werden gebeten, es nachzutun und ebenfalls Stücke mitzubringen, Format: von MM bis Museumsgröße – das Mikroskop steht zur Verfügung. Eintritt frei, Unkostenbeitrag erwünscht.

Dienstag, 08.03.2022
Vortrag von Prof. Dr. Mario Trieloff, Uni Heidelberg: Meteoriten-einschläge auf der Erde: Fluch oder Segen aus dem Weltall? Meteorite sind meist kleine Gesteinsbruchstücke aus dem Kosmos. Oft fallen sie unbemerkt auf die Erde, manchmal auch mit großem Getöse. Insbesondere sehr große Körper ab mehreren hundert Metern Durchmesser erreichen die Erdoberfläche mit etwa der zehnfachen Geschwindigkeit einer Gewehrkugel und setzen beim Einschlag enorme Energien frei. Sie können somit eine Gefahr darstellen, die mit anderen Naturkatastrophen verglichen werden kann. Die meisten kleinen Meteorite, die im Labor mit hochempfindlichen Methoden untersucht werden können, sind Bruchstücke der Kleinplaneten bzw. Asteroiden zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Sie entstanden gemeinsam mit unserem gesamten Sonnensystem vor 4,6 Milliarden Jahren. In Ihnen finden wir die ältesten Mineralkörner unseres Sonnensystems und man kann durch Messungen ermitteln, wie und wie schnell die Planeten in unserem Sonnensystem entstanden. Der Referent Prof. Dr. Mario Trieloff ist Leiter des Klaus-Tschira-Labors für Kosmochemie am Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg. Veranstaltungsort: Max-Auerbach-Vortragssaal im Naturkundemuseum Karlsruhe, Beginn 18:30 Uhr. Eintritt frei!

Dienstag, 12.04.2022
Vortrag von Dr. Jörg Liebe, St. Ingbert - Mineralogische Museen der Welt: „Die Mineralogischen Museen in Budapest“. In dem Vortrag werden in Wort und Bild drei historische Mineralogische Museen in Budapest vorgestellt, ihre Sammlungsgeschichte und ihre Standorte, sowie ihr heutiges Aussehen. Ergänzt wird dies durch eine Auswahl an schönen und typischen Mineralstufen aus den jeweiligen Museen. Eintritt frei, Unkostenbeitrag erwünscht!

Dienstag, 10.05.2022
Vortrag von  Dipl. Geol. K.-H. Schmid, Waghäusel: Neuseeland – lebendige Geologie erleben“. Neuseeland oder „Aotearoa“ - so nennen die Maori das Land der langen, weißen Wolke – ist bekannt für seine zahlreichen und höchst unterschiedlichen Naturlandschaften, mit Südseestränden, Sunde, Fjorde, Geysire, Vulkane, grüne, saftige Grashügel, goldene Gras-, zerklüftete Karst- und alpine Gebirgslandschaften, u. v. m. Sie alle sind zurückzuführen, einerseits auf die geologischen Verhältnisse im gesamten (Neusee-) Land, mit einer hochaktiven Dynamik der dortigen Erdkruste und andererseits auf die geographische Lage im Südwestpazifik mit ausgeprägten hochmaritim-humiden Klimabedingungen der Mittelbreiten (Südinsel) bis Subtropen (Nordinsel). Das Erlebnis einer „lebendigen“ Geologie zeigt sich in Neuseeland auf vielfältige Weise, auch durch ihr zerstörerisches Potential in Bezug auf menschliche Siedlungen, wie z. B. 2010/2011 durch 4 Erdbebenereignisse in der Großstadt Christchurch, mit erheblichen Schäden vornehmlich in der Innenstadt. Eintritt frei, Unkostenbeitrag erwünscht!

Dienstag, 14.06.2022
Vortrag von R. Noll, Tiefenthal „Taphonomische Betrachtungen an Kieselhölzern der Donnersberg-Formation“. Bei Sammlern von Kieselhölzern sind vor allem repräsentative Funde beliebt die am besten eine ansehnliche Größe haben und möglichst einen kompletten Querschnitt zeigen. Die Highlights einer Sammlung sind oft die Stücke die zusätzlich noch eine schöne Färbung und Zeichnung aufweisen. Dieser Vortrag soll hingegen zeigen, dass auch unscheinbare kleine Kieselholzreste, unter entsprechender Vergrößerung betrachtet, interessante Strukturen zeigen die zum Teil mehr über die Pflanze verraten als große Prachtstücke. Taphonomie ist ein Wissenschaftszweig der sich mit dem Weg von der lebenden Pflanze hin zu dem Fossil, dass wir in Händen halten beschäftigt. Eine Spurensuche also, bei der alle Vorgänge betrachtet werden, die am Fossil abzulesen sind. Eintritt frei, Unkostenbeitrag erwünscht!

Dienstag, 12.07.2022
PD Dr. Michaela Spiske, Naturkundemuseum Karlsruhe: „Tsunamis – Gefahr (nicht nur) aus dem Meer“. Frau Dr. Spiske stellt sich als neue Leiterin des Referats Geowissenschaften, Geologie, Mineralogie und Sedimentologie sowie Kuratorin des Naturkundemuseums persönlich und fachlich vor. Sie hält einen Vortrag über die Entstehung von Tsunamis und wie man Tsunami-Ablagerungen in der geologischen Überlieferung erkennen kann. Eintritt frei, Unkostenbeitrag erwünscht!

Samstag, 06.08.2022
ab 14:00 Uhr – Grillfest – Unser diesjähriges Grillfest findet wieder bei Joachim Hörth in Bühl-Neusatz statt. Joachim ist für Grillfeste bestens gerüstet: Bei seinem Haus hat er eine Grillhütte mit Vorplatz, auf dem ein mit Holz befeuerter, gemauerter Grill steht. Ein laufender Brunnen mit einem aus Sandstein gemeißelten Trog rundet die Sache ab. Dieser Grillplatz lässt es an Flair nicht fehlen! Tische, Bänke, Geschirr und Bänke werden gestellt. Grillgut, Brot, Beilagen und Getränke bringt jeder selbst mit. Die Anfahrt erfolgt mit den eigenen PKWs unter Bildung von Fahrgemeinschaften. Anmeldung bei Werner Wurster bis 30. Juli.

Dienstag, 13.09.2022
Vortrag von Prof. Dr. Volker Kaminske, Pfinztal:
Historische Bauwerke und ihre Erhaltung durch geowissenschaftliche Kenntnisse – Das Beispiel des Kölner Doms“.  
Die massive Verwitterung des Kölner Doms zwingt zu umfangreichen Baumaßnahmen, um dieses Baudenkmal für die Zukunft zu erhalten. Begleitend dazu wird seit etlichen Jahrzehnten inten­siv wissen­schaftlich untersucht, welche Möglichkeiten am effizientesten sind, um das Bau­werk möglichst in seiner Originalstruktur bewahren zu können. Nach Jahren weitgehend geolo­gisch-mineralogischer Analysen sind nunmehr auch geoökologi­sche Untersuchungsergebnisse von Be­deu­tung, weil hier die Wechselwirkungen zwischen Gestein und einwirkenden Faktoren  des Lokalklimas am besten darzustellen sind. Eine mehrjährige Freilandexposition von Original­material zeigt Ergebnisse, die hinsichtlich der Erhaltungsstrategie hilfreich sein könnten. Es werden hier die verbauten Steine in ihrem Verwitterungszustand vorgestellt sowie ihre Positi­on im Gebäude mit den daraus resultierenden Folgen diskutiert. Ein Transfer der gezogenen Schlüsse auf vergleichbare Baudenkmäler wird angedacht. Eintritt frei, Unkostenbeitrag erwünscht!

Dienstag, 11.10.2022
Vortrag von Dr. Martin Röper, GeoZentrum Solnhofen: „Fossillagerstätte Brunn – die Geburt des Solnhofen-Archipels“. Solnhofen ist einer der klangvollsten Namen in der Paläontologie. Wichtig für das Verständnis des geowissenschaftliche Begriffs Solnhofen ist, dass dieser weit über das lokale Gebiet der fränkischen Lokalität Solnhofen hinausgeht. So setzte sich schon vor über einhundert Jahren der Begriff „Schiefer von Solnhofen“ für alle Gebiete in der Fränkischen Alb zwischen Langenaltheim/Solnhofen im Westen und Kelheim/Regensburg im Osten durch. Überall, wo Platten und Fossilien von ähnlicher Qualität wie in den Solnhofener Steinbrüchen ans Tageslicht kamen, begann der Steinabbau. Mit einer heutigen Ausdehnung von über 100 km Länge und bis zu 40 km Breite gehören die Plattenkalk- und Fossilvorkommen der Solnhofener Erd- und Lebensgeschichte zu den weltweit bedeutendsten Fundarchiven der Flora und Fauna des Erdmittelalters.

Früher waren die Wissenschaftler der Auffassung, die heute zu Stein gewordene Landschaft entlang von Altmühl und Donau wäre zur Jurazeit eine einzige, große Küstenlagune gewesen. Die Lagune selbst wurde kaum differenziert. Heute wissen wir, dass es eben diese eine große Solnhofener Lagune so nie gegeben hat. Im Gegenteil bestand das Gebiet aus einer Vielzahl von kleinen Inseln, Lagunen und Korallenriffgürteln.

In seinem Vortrag skizziert Dr. Röper, Leiter des Museums Solnhofen, ein vollkommen neues Bild des erdgeschichtlichen Solnhofen. Demnach einstand in der Zeit 153 bis 147 Millionen Jahren vor heute zwischen 25 und 30 Grad nördlicher Breite am Nordrand der Tethys im Bereich einer Flachwasser-Karbonatplattform eine Südseeidylle mit mehreren subtropischen, verschieden alten Lagunenlandschaften. Diese vom Dr. Röper als  Solnhofen-Archipel bezeichnete Südseeidylle existierte über einen Zeitraum von etwa sechs Millionen Jahren. Der Vortrag „Fossillagerstätte Brunn, die Geburt des Solnhofen-Archipels“ entführt die Zuhörer in ein neues spannendes Kapitel in der unendlichen Geschichte von Solnhofen, das in Brunn geschrieben wurde. Veranstaltungsort: Volkshochschule Karlsruhe (vhs), Kaiserallee 12e, Bernayssaal. Beginn 18:30 Uhr. Eintritt frei!

Dienstag, 08.11.2022
Dr. Gunther Isbarn, Tiefenthal: 玉 Jade – der kaiserliche Edelstein der chinesischen Geschichte und ein besonderer Schmuckstein mit mystischer Kraft.
„Jade“ ist kein von der International Mineralogical Association (IMA) anerkannter Mineralname, sondern steht für das Mineral Jadeit, das zur Pyroxengruppe gehört, und für Nephrit, ein Mischkristall aus der Tremolit-Aktinolith-Reihe. Jadeit und Nephrit entstehen in der Erdkruste unter Druck und/oder Hitze durch metamorphe Umwandlung im Zuge vulkanischer Prozesse in Subduktionszonen, wie dem Pazifischen Feuerring (Neuseeland, Yucatan, Guatemala, Kalifornien, Japan etc.). Obwohl Jade in praktisch allen Teilen der Welt zu finden ist, verwendeten die Völker des Pazifiks und insbesondere die Chinesen, die Olmeken und Maya in Mittelamerika und die Maori in Neuseeland Jade nicht nur zu Kult- und Schmuckzwecken, sondern auch zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen.

Vor allem in China war und ist Jade seit mindestens 8000 Jahren kulturell fest verankert unter dem Begriff „Yù“  (玉), was „Edelstein“ bedeutet. „Yù“  verspricht Glück, war ein Symbol für die Verbindung zwischen Himmel und Erde, eine Brücke vom Leben zur Unsterblichkeit und repräsentierte bestimmte menschliche Tugenden wie Wissen, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit und Güte. Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Begriff „Jade“, den Mineralen Nephrit und Jadeit – ihrer Mineralogie, Entstehung und ihrem Vorkommen. Ein besonderer Schwerpunkt wird die Jadekultur in China, in der chinesischen Vergangenheit und Gegenwart sein. Über die Jadekulturen in anderen Teilen der Welt wird ein kurzer Überblick gegeben. Veranstaltungsort: Max-Auerbach-Vortragssaal im Naturkundemuseum Karlsruhe, Beginn 18:30 Uhr. Eintritt frei!

Dienstag, 13.12.2022
Barbarafeier: gemütliches Beisammensein in weihnachtlicher Stimmung. Die Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie e.V., Heidelberg proklamiert bei der Wintertagung im März das Mineral des Jahres 2022. Das wird zum Anlass genommen, dieses Mineral zum Thema zu machen und gründlich unter die Lupe zu nehmen! Werner Wurster, Pfinztal hält einen von der VFMG zur Verfügung gestellten Vortrag zum Thema. Er bringt auch Stücke aus seiner Sammlung mit, die Teilnehmer werden gebeten, es nachzutun und ebenfalls Stücke mitzubringen. Eintritt frei, Unkostenbeitrag erwünscht!