Die Pendler der Meere

Zusammenhänge von Erd-geschichte und Klimawandel

Stadtökologie aus der Vogelperspektive

Tod und Leben

Uran aus dem Schwarzwald

Korallenriffe im Klimawandel

Kleine Säugetiere ganz groß

Süßwassergarnele

Das Verschwinden der Schmetterlinge

Der Ziegenmelker im Hardtwald

Tier- und Pflanzennwelt der Baggerseen um Karlsruhe

Burgrunine Altdahn

Minerale der Vulkaneifel

Karlsruher Frischpilz-ausstellung

König der Nacht

Methanhydrate – Klimakiller oder Zukunftsenergie

Marine Kleinpilze

Veranstaltungsprogramm 2019

Zu den Vorträgen des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe e.V. (NWV) treffen sich die Mitglieder des Vereins und Interessenten immer dienstags im Max-Auerbach-Hörsaal des Karlsruher Naturkundemuseums. Die Pforte im Haupthaus ist ab 18.00 Uhr besetzt.

Exkursionen oder Führungen erfolgen zu freien Terminen. Zu den Vorträgen und Exkursionen des NWV ist der Eintritt frei (Ausnahme: einige Kooperationsveranstaltungen).

Hinweis: Zum Besuch der Dienstagsvorträge besteht für Autofahrer ab ca. 18.00 Uhr Parkmöglichkeit im Museumshof (Einfahrt Lammstraße mit Schranke). Hierzu bitte an dem mit „Pforte“ bezeichneten Klingelknopf läuten.


Dienstag, 8. Januar 2019
Die Pendler der Meere – Mit U-Boot und Tauchflasche auf Spurensuche im Ozean
Vortrag von Uli Kunz (Kiel, www.uli-kunz.com)
Themenvortrag zur Dauerausstellung „Form und Funktion“ des Karlsruher Naturkundemuseums
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Der Meeresbiologe und Unterwasserfotograf Uli Kunz taucht auf seinen abenteuerlichen Expeditionen im Eis der Arktis ebenso gerne wie in den tropischen Korallenriffen und ist dabei immer auf der Suche nach bizarren Tieren im Meer. Bei Dreharbeiten des ZDF für einen Zweiteiler der Sendung Terra X suchte er in einem riesigen Unterwasser-Höhlensystem auf den Bahamas nach einem Urzeit-Krebs. Im Südpazifik fotografierte er singende Buckelwale und ließ sich von jungen Meeresschützern inspirieren. Und im offenen Blau des Atlantiks beobachtete er winzige Lebewesen, die trotz ihrer geringen Abmessungen Teil der größten Tierwanderung auf unserer Erde sind. Ulis größter Traum? Einen ganzen Eisberg zu fotografieren – von unten. Ob es geklappt hat, verrät er in seinem Vortrag. (alle Fotos: Uli Kunz)


Dienstag, 15. Januar 2019
Was die Erdgeschichte uns über den aktuellen Klimawandel lehrt
Vortrag von Prof. Dr. Stefan Rahmstorf (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung)
im Rahmenprogramm zur Großen Landesausstellung „Flusspferde am Oberrhein – wie war die Eiszeit wirklich?“ vom 21. Juni 2018 bis 27. Januar 2019
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Das Klima unseres Planeten war immer wieder starken Veränderungen unterworfen, von Eiszeiten bis Heißzeiten. Ursache waren tektonische Prozesse und Einflüsse von außen, etwa Schwankungen in der Sonnenaktivität und Unregelmäßigkeiten in der Erdumlaufbahn. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Klimaforschung große Fortschritte beim Verständnis des Klimawandels gemacht. Diese Fortschritte beruhen zum einen auf einer Vielzahl neuer Daten über die Klimageschichte, die u.a. aus Eisbohrkernen und Tiefseesedimenten gewonnen wurden, und zum anderen auf verbesserten Computersimulationen. So ist es in den letzten Jahren gelungen, vergangene Klimawechsel realistisch am Computer nachzuspielen. Auf diese Weise werden die Mechanismen entschlüsselt, die zur Entstehung und zum Ende von Eiszeiten führten oder zum Umkippen von Meeresströmungen. Derzeit durchläuft die Erde eine erdgeschichtlich extrem rasche, wahrscheinlich sogar einmalige globale Erwärmung, und die Erkenntnisse aus der Erdgeschichte helfen dabei, diese besser zu verstehen, auch in ihren Auswirkungen z.B. auf den Meeresspiegel. Der Vortrag diskutiert die Mechanismen des Klimawandels, die äußeren Einflüsse und die Rolle des Menschen. Er führt zurück in die Klimageschichte und wagt einen Ausblick in die Zukunft. (Portrait Stefan Rahmstorf – Foto: Stefanie Rahmstorf; Temperaturtrends der Erde – Grafik: Levke Caesar, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung)


Dienstag, 29. Januar 2019
Stadtökologie aus der Vogelperspektive
Vortrag von Dr. Henrik Brumm (Max-Planck-Institut für Ornithologie, Seewiesen)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Die ständig voranschreitende Urbanisierung unseres Planeten stellt nicht nur uns Menschen vor große Herausforderungen, sondern auch Wildtiere. Unsere Forschungsgruppe untersucht, welchen Einfluss die Lebensbedingungen in Städten auf Vögel haben. Beeinflusst das künstliche Licht in der Nacht das Verhalten der Tiere? Wie können sich Vögel trotz des teilweise immensen Lärms in Städten Gehör verschaffen? Macht Verkehrslärm nicht nur Menschen sondern auch Vögel krank? Diese und andere spannende Fragen aus der aktuellen Forschung zur Stadtökologie der Vögel werde ich in meinem Vortrag beantworten und dabei aufzeigen, wie zoologische Grundlagenforschung nicht nur wichtige Beiträge für den Natur- und Artenschutz liefert, sondern auch dabei helfen kann, Stressbelastungen für den Menschen besser zu verstehen. (Riesendrossel Turdus fuscater Foto: Henrik Brumm)


Samstag, 2. Februar 2019
Nomaden der Lüfte – gefiederte Wintergäste am Fermasee
Exkursion von Dr. Gerd Schön und Klaus Lechner (NABU Karlsruhe), Andreas Wolf (Naturschutzzentrum Rappenwört) und Jochen Lehmann
Treffpunkt und Zeit: Parkplatz Badestrand Fermasee, Neuburgweier, Beginn: 13.00 Uhr (Dauer: etwa 3-4 Stunden)

Jeden Winter ziehen viele Wasservögel von Nord- und Osteuropa in den Süden auf der Suche nach eisfreien Wasserflächen, wo sie Nahrung und Ruhe finden können. Einige von ihnen finden ihr Winterquartier am Rhein und seinen Nebengewässern. Andere Arten legen hier nur einen Zwischenstopp ein, bevor sie ihren Weg Richtung Südeuropa oder Afrika fortsetzen. Es wird empfohlen, ein Fernglas mitzubringen!


Dienstag, 5. Februar 2019
Der Tod, ein Kunstgriff der Natur, das Leben zu erhalten
Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Storch (COS Centre for Organismal Studies, Universität Heidelberg)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Seit mehr als 3,5 Milliarden Jahren gibt es Organismen auf der Erde, die sich zu einem immer umfangreicheren Lebensstrom entwickelt haben, der sich und seine Umwelt stetig verändert hat. Auf Organismen geht der Sauerstoff der Atmosphäre zurück, Reste von Organismen bauen Gebirge auf und nehmen große Flächen des Meeresbodens ein und haben Kohle- und Erdöllager geschaffen. All das ist mit Tod verbunden, aber auch mit zunehmender Komplexität des Lebendigen und der Differenzierung der Organismen, von denen allerdings über 90 % aller Arten ausgestorben sind. Was für die gesamte Evolution gilt, trifft auch heute noch zu: Alle Organismen-Arten sind durch eine Überproduktion von Nachkommen gekennzeichnet. Fast alle sterben zu Beginn ihres Lebens. Blieben sie alle am Leben, würde die gesamte Biosphäre kollabieren. Vergleichbares gilt auch für den einzelnen Organismus einschließlich des Menschen. Wir verlieren jeden Tag mehrere Gramm unserer Zellen im Rahmen eines programmierten Zelltodes. Das gilt schon im Mutterleib. Ohne den Zelltod hätten wir weder fünf Finger an jeder Hand noch funktionierende Augen oder ein intaktes Gehirn. Schließlich soll erläutert werden, dass der Tod in verschiedenen Zeiten unserer Geschichte und in verschiedenen Kulturkreisen von den Menschen sehr unterschiedlich bewertet wird. Der Vortrag wird reich mit Bildern illustriert, auf denen auch diejenigen Organismen-Arten – Pflanzen und Tiere – dargestellt werden, die ein Alter von über 10.000 Jahren erreichen. (Foto: Stromatolith, eines der ältesten Fossilien der Erde, durch den Stoffwechsel von Cyanobakterien gebildetes, biogenes Sedimentgestein. Fundort: Strelley Pool, Pilbara Craton, West-Australien. Alter: ca. 3,4 Milliarden Jahre (Präkambrium, Archaikum). – Foto: Didier Descouens, Wikimedia.)


Dienstag, 26. Februar 2019
Uran aus dem Schwarzwald: gefährlich-schöne Vielfalt
Vortrag von Prof. Dr. Gregor Markl (Universität Tübingen)
Themenvortrag zur Dauerausstellung „Reich der Mineralien“ des Karlsruher Naturkundemuseums
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Das Metall Uran ist aufgrund seiner Verwendung in Atomkraftwerken und Atomwaffen in aller Munde, doch ist in der Öffentlichkeit wenig darüber bekannt, wie und wo es in der Natur vorkommt und dass es eine außerordentliche Vielfalt höchst ästhetischer Uranminerale gibt. Der Referent wird in seinem reich bebilderten Vortrag diese Minerale und ihre Vorkommen im Schwarzwald vorstellen, sowohl für mineralogisch Interessierte als auch Sammler. (Dewindtit, ein wasserhaltiges Blei-Uranyl-Phosphat mit zusätzlichen Sauerstoff- und Hydroxidionen. – Foto: Stephan Wolfsried)


Dienstag, 12. März 2019
Korallenriffe im Klimawandel
Vortrag von Prof. Dr. Helmut Schuhmacher (Universität Duisburg-Essen)
Themenvortrag zur Dauerausstellung „Form und Funktion“ des Karlsruher Naturkundemuseums
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Korallenriffe gehören zu den faszinie­rendsten Lebensräumen unseres Planeten. Sie beherbergen knapp 30% aller marinen Arten und bilden die größten Bauwerke auf der Erde – errichtet von winzigen, „primitiven“ Polypen. Leider sind sie durch den Klimawandel extrem gefährdet. Ihre Bauleistung als nachwachsender Küstenschutz bei steigendem Meeres­spiegel vor 109 Staaten ist bedroht durch Versauerung, d.h. unsichtbare Kohlendioxid-Anreicherung im Meerwasser (was die Kalzifikationsrate aller kalkabscheidenden Organismen beeinträchtigt), Treibhauseffekt (unnatürliche Erwärmung des Oberflächenwassers) sowie Sediment- und Nährstoffbelastung der küstennahen Gewässer. Anschauliches Bildmaterial informiert im Detail über die Schönheit des „Korallen-Kosmos“, die Effekte der pH-Absenkung im Meer, Auslöser und Folgen des coral-bleaching, Wirkungsweise der Sediment- und Nährstoffbelastung, Folgen des Meeresspiegelanstiegs, aber auch die Möglichkeit, lokale mechanische Wunden im Riff durch „Riffprothesen“ zu heilen, indem auf elektrochemischem Weg Kalk aus dem Meerwasser auf eine Besiedlungsmatrix für Korallenlarven abgeschieden wird, um so Trittsteine für die Wiederbesiedlung mechanisch degradierter Riffflächen zu schaffen. Das Verfahren wurde an der Universität Duisburg-Essen entwickelt.
(Abbildungen: Das Übersichtsfoto S. 4 zeigt die Formenvielfalt der Korallen. / Porites-Kolonie bei Aqaba; sie wurde zusammen mit Prof. Dullo vom Geomar Kiel, als Taucher im Bild über der Kolonie, untersucht. Die Kolonie ist von 1788 bis 1992 320 cm hoch gewachsen. / Acropora-Riff Akajima (Japan) mit heilem Riffaspekt – Alle Fotos: H. Schuhmacher)


Dienstag, 26. März 2019
Kleine Säugetiere ganz groß
Vortrag von Harald Brünner (Karlsruhe)
Themenvortrag zur Dauerausstellung „Heimische Tiere“ des Karlsruher Naturkundemuseums
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Die ersten Säugetiere lebten vor etwa 200 Millionen Jahren und waren mausgroß. Auch heute sind weltweit mehr als drei Viertel aller Säugetierarten Kleinsäuger. In Baden-Württemberg kommen etwa 30 Arten vor – die Fledermäuse ausgenommen. Allerdings finden sie im Gegensatz zu ihren großen Verwandten nur wenig Beachtung in Öffentlichkeit, Wissenschaft und Naturschutz. Manche Arten betrachten wir allenfalls als Schädlinge, Krankheitsüberträger oder Labortiere. Gerade ihre geringe Größe macht sie aber zu interessanten Studienobjekten in vielen Bereichen der Säugetierbiologie. Der Referent beschäftigt sich seit 35 Jahren mit unseren kleinen Verwandten. Aus den Themenbereichen Faunistik, Taxonomie, Populationsgenetik und Artenschutz stellt er Beispiele aus der eigenen Kleinsäugerforschung vor. (Hausspitzmaus Crocidura russula – Foto: Hedy Brack)


Dienstag, 2. April 2019
Nichts für das „Krabbenbrötchen“ – Beobachtungen an zwei neozoischen Süßwassergarnelen in Deutschland
Vortrag von Dr. Gerhard Schoolmann (Karlsruhe)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Schön und bunt sind sie, weit verbreitet in zahlreichen deutschen Aquarien, und es gibt viele Bücher sowie eine eigene deutschsprachige Zeitschrift über sie: Süßwassergarnelen. Dabei ist wenig bekannt, dass wir in Deutschland zwei neobionte Arten in sehr unterschiedlichen aquatischen Lebensräumen antreffen können. Im gesamten Rhein, einschließlich einer Reihe von Nebenflüssen, Häfen, Kanälen, Altwässern und angebundenen Baggerseen, lässt sich seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts die aus Südeuropa eingewanderte Europäische Süßwassergarnele (Atyaephyra desmarestii) nachweisen. Der deutsche Name ist etwas verwirrend, da es in Europa zahlreiche weitere indigene Garnelenarten gibt. Daneben breitet sich seit 2009 in Nordrhein-Westfalen, ausgehend von einem thermisch belasteten Nebengewässer der Erft, eine zweite, dort ausgesetzte Art aus: die Rückenstrichgarnele (Neocaridina davidi). Ihr ursprünglicher Lebensraum liegt in Ost-China. Der Vortrag vermittelt Erkenntnisse aus 10 Jahren Feldforschung zu diesen beiden Arten und zeigt ihre Einnischung in die neuen Lebensräume, Ausbreitungstendenzen und Populationsentwicklungen. (Foto: Gerhard Schoolmann)


Samstag, 6. April 2019
Vogelkundliche Führung durch das NSG „Sandheiden und Dünen“ bei Sandweier
Führung von Marianne Leis-Messer (NABU Baden-Baden/Sinzheim) und Jochen Lehmann (OAG Karlsruhe)
Treffpunkt und Zeit: Autobahnabfahrt Rastatt-Süd, B3 Richtung Rastatt, dann 1. Möglichkeit links Richtung Sandweier bis zur Einfahrt (rechts) zum ehemaligen Militärgelände am Waldrand, Beginn: 8:30 Uhr, Dauer: etwa 3 Stunden. – Es wird empfohlen, ein Fernglas mitzubringen!

Das NSG "Sandheiden und Dünen" bei Sandweier ist ein ehemaliges Militärgelände, in dem ausgedehnte Sandrasen mit einzelnen Gebüschen, sowie naturnahe Waldgesellschaften wertvolle Lebensräume für viele Vogelarten darstellen. Besonders wertgebend ist das Vorkommen der Heidelerche, die hier eines ihrer größten Vorkommen in der Oberrheinebene hat. Weitere interessante Brutvögel sind Schwarzkehlchen, Baumpieper, Wendehals, Mittel-, Grau- und Schwarzspecht. Zudem dient das Gebiet durchziehenden Vögeln als wichtiger Trittstein: Steinschmätzer, Brachpieper, Wiedehopf, Ortolan und Raubwürger wurden während der Zugzeit im Gebiet beobachtet und weisen das Areal als Durchzugsgebiet von überregionaler Bedeutung aus.


Dienstag, 9. April 2019
Das Verschwinden der Schmetterlinge, die konkreten Ursachen und die Folgen
Vortrag von Prof. Dr. Josef H. Reichholf (Neuötting, früher Zoologische Staatssammlung München)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Seit Jahrzehnten gehen die Bestände vieler Schmetterlingsarten und anderer Insekten zurück. Das ist bekannt und vielfach publiziert worden. Aber erst die sogenannte Krefeld-Studie schaffte es in die Öffentlichkeit und bis in die hohe Politik. Diese versucht nun, sich ihrer Verantwortung dadurch zu entziehen, dass sie weitere Forschungen fördert, „um die Ursachen zu ermitteln“. Doch diese sind längst geklärt, wie der Vortrag zeigen wird. Denn Reichholf hat die Bestandsentwicklung von Schmetterlingen und anderen Insekten mehr als ein halbes Jahrhundert lang in Südostbayern und München untersucht. Seine Befunde weisen klar auf die Verursacher hin und sie stimmen mit denen aus Krefeld und anderen Regionen überein. Es ist höchste Zeit zum Handeln.
(Der Eschenscheckenfalter Melitaea maturna, im Bild links das Männchen und rechts das Weibchen bei der Eiablage, ist in Deutschland fast verschwunden. – Fotos: R. Trusch)


Im Anschluss an den Vortrag am 9. April 2019 findet ab ca. 20.00 Uhr im Max-Auerbach-Vortragssaal im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe die Mitglieder-Hauptver­sammlung des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe e.V. statt, zu der hiermit satzungsgemäß eingeladen wird. Anträge der Mitglieder sind spätestens eine Woche zuvor dem Vorstand zuzuleiten.


Tagesordnung:

1. Begrüßung, Feststellung der frist- und
    formgerechten Ladung, Beschluss der
    endgültigen Tagesordnung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden

3. Berichte der Arbeitsgemeinschaften

4. Kassenbericht des Geschäftsführers

5. Bericht der Kassenprüfer

6. Aussprache über die Berichte

7. Entlastung des Vorstandes

8. Beratung von Anträgen der Mitglieder

9. Verschiedenes



Samstag, den 11. Mai 2019 (Kooperationsveranstaltung)
Weißer Steinbruch Pfaffenhofen
Geologische Exkursion mit Dr. Matthias Geyer (Geotourist Freiburg)
Treffpunkt und Zeit: Wanderparkplatz „Weißer Steinbruch“ an der L 1100 Güglingen-Eibenbach-Ochsenbach im Naturpark Stromberg-Heuchelberg (GPS 32 U 0498099 / 5431917), 14.00 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden). Anmeldung erforderlich bei Dr. M. Geyer, Tel./SMS 0162-4065416 oder per E-Mail: info@geotourist-freiburg.de. – Für Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins ist die Teilnahme kostenlos, Nichtmitglieder zahlen € 15,-

Hier wurde Stubensandstein als Baumaterial abgebaut. Dieser Sandstein aus der Keuperzeit ist in weiten Teilen Nordwürttembergs verbreitet und seit dem Mittelalter ein bedeutender Baustein für Kirchen, Rathäuser usw. Das leicht zu Sand zu vermahlende Gestein wurde auch bei der Mörtelherstellung sowie als Streu- und Scheuersand für Straßen oder die Holzböden der Wohnstuben (daher kommt der Name!) genutzt. Der Stubensandstein enthält lokal geringe Mengen an Gold, wobei die Ausbeute für einen wirtschaftlichen Abbau zu gering war.
Ein Landschaftspanorama vom Aussichtspunkt unterhalb des Steinbruchs rundet die Exkursion ab.


Freitag, 7. Juni 2019
Der Ziegenmelker im Hardtwald
Führung der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft mit Jochen Lehmann (Bühl)
Treffpunkt und Zeit: Waldparkplatz Friedrichstaler Allee / K 3579 bei Stutensee-Friedrichstal, Beginn: 21.00 Uhr (Dauer etwa 2 Stunden)

Der Ziegenmelker zählt zu den am stärksten gefährdeten Vogelarten im Land. Die bestens getarnte „Nachtschwalbe“ ist tagsüber praktisch unsichtbar, wenn sie auf einem Ast oder am Boden ruht. Die Balzflüge, die von dem typisch schnurrenden Gesang begleitet werden, bieten praktisch die einzige Chance diesen faszinierenden Vogel zu erleben. Bei einem kleinen Abendspaziergang werden Biologie und Lebensweise der Art vorgestellt. (Ziegenmelker Caprimulgus europaeus  – Foto: H. Dannenmayer)


Mittwoch, 19. Juni 2019
Botanische und schmetterlingskundliche Exkursion auf den Knittelberg
Kooperation mit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland und dem Naturschutzzentrum Rappenwört
Führung mit Andreas Kleinsteuber, Gerhard Wörle und Dr. Robert Trusch (alle Karlsruhe)
Treffpunkt: Karlsruhe-Grötzingen (Nord), Im Jäger Ausgang zur Hattenkehlenhohl (Achtung, im Wohngebiet parken, am Treffpunkt befinden sind keine Parkplätze), Beginn 16.00 (Dauer ca. 2-2,5 Stunden). – Bei Starkregen muss die Veranstaltung leider entfallen.

In Karlsruhe erreicht mit dem Knittelberg nördlich von Grötzingen der Kraichgau das Stadt­gebiet. Der Berg besteht geologisch aus Muschelkalk mit Lößauflage und bildet damit eine völlig andere, sich aus der mit Fluss-Schottern gefüllten Rheinebene heraushebende Formation. Untergrund und Exposition bringen eine willkommene Bereicherung der Flora und Fauna des Stadtgebietes mit sich. Landschaftlich wird der Berg von Streuobstwiesen, Gärten und landwirtschaftlichen Flächen dominiert, es gibt auch Hohlwege und sogar kleinere Felsabbrüche in dem Gebiet. Einige Flächen befinden sich seit Jahren in der Ausweisung zum Flächennaturdenkmal (FND) – leider setzt die Stadt hier keine Priorität. Eines dieser Gebiete werden wir besuchen und Pflanzen und Schmetterlinge sowie das eine oder andere zum Gebiet erläutern.


Samstag, 29. Juni 2019
Dem Biber auf der Spur
Führung mit Ulrich Weinhold (Heiligkreuzsteinach) in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört
Beginn: 20.00 Uhr (Dauer etwa 2 Stunden), Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben.
Bitte denken Sie an das Wetter angepasste Kleidung, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Anti-Stechmückenspray und ggf. an ein Fernglas.
Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 25 Teilnehmer begrenzt, eine Anmeldung im Naturschutzzentrum unter 0721-950470 erforderlich!

Die Rückkehr des Bibers ist eine Erfolgsgeschichte des Natur- und Artenschutzes. Auch in Baden-Württemberg gibt es inzwischen wieder viele Biberreviere und die Art breitet sich weiter aus. Wir besuchen ein Biberrevier und lernen die Spuren, die der große Nager hinterlässt, zu deuten und erfahren vieles über seine Lebensweise. Mit viel Glück läßt sich vielleicht ein Biber beobachten.


Samstag, 13. Juli 2019
Stadtbotanik: Quer Beet – wilde Pflanzen in der Stadt
Führung mit Thomas Breunig (Karlsruhe) in Zusammenarbeit mit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e.V. und dem Naturschutzzentrum Karlsruhe- Rappenwört
Treffpunkt und Zeit: Eingang des Naturkundemuseums, 15.00 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden)

Ein botanischer Spaziergang von der Innenstadt zum Hauptbahnhof.


Freitag 19. Juli 2019
Die Tier- und Pflanzenwelt der Baggerseen um Karlsruhe
Exkursion mit den Tauchern der Limnologischen Arbeitsgemeinschaft, Leitung Prof. Dr. Norbert Leist, in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört
Anmeldung im Naturschutzzentrum unter 0721/950470 erwünscht
Treffpunkt: Baggersee Fuchs & Gros, 76344 Eggenstein, Kopfweg 8 (von der B36 nach Eggenstein und dann immer Richtung „Lithonplus GmbH & Co. KG“, kurz vor dem Werktor rechts auf den Parkplatz, dann geradeaus zum See)
Beginn 17.00 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden

Baggerseen sind vom Menschen geschaffene Lebensräume. Nach dem Ende der Auskiesung werden sie meist fischereilich genutzt. Dabei finden die Ufer- und Wasserpflanzen sowie die Vogel- und Kleintierwelt aus dem Umfeld ihren Weg in das neu entstandene Gewässer, wo sich eine interessante Lebensgemeinschaft bildet. Dass sich auch Arten von weither einfinden, wird von den Tauchern der Limnologischen Arbeitsgemeinschaft des NWV regelmäßig beobachtet und dokumentiert. Für die Vorstellung sammeln die Taucher unter Wasser Pflanzen und Tiere, die dann vor Ort in Aquarien ausgestellt und mit ihren Besonderheiten besprochen werden. (Fotos: Armleuchter­algen / Schwämme mit Überdauerungsstadien, Dreikantmuscheln. – Fotos: Th. Holfelder).


Samstag, den 27. Juli 2019 (Kooperationsveranstaltung)
Burgruine Altdahn
Geologische Exkursion mit Dr. Matthias Geyer (Geotourist Freiburg)
Treffpunkt und Zeit: 14.00 Uhr am Parkplatz unterhalb der Burgruine Altdahn am östlichen Ortsrand von Dahn (Zufahrt über Schlossstraße) (Dauer ca. 2 Stunden). Anmeldung erforderlich bei Dr. M. Geyer, Tel./SMS 0162-4065416 oder per E-Mail: info@geotourist-freiburg.de – Für Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins ist die Teilnahme kostenlos, Nichtmitglieder zahlen € 15,-

Das Dahner Felsenland ist reich an bizarren Buntsandstein-Felsen, die oftmals von mächtigen Burganlagen gekrönt sind. Die Bausteine, der geologische Untergrund und die geologische Entstehungs­geschichte der Burgruine Altdahn werden entlang eines kurzen, anfangs ansteigenden Wanderweges erkundet. Von den diversen Türmen und Wehrgängen der Burgruine Altdahn öffnet sich ein Rundblick auf die Burgen und Felstürme der Umgebung sowie auf die Stadt Dahn. An einigen Stellen der Burganlage lässt sich die Ablagerungsgeschichte des Buntsandsteins beispielhaft erläutern.

Sommerpause

Dienstag, 24. September 2019
Minerale der Vulkaneifel
Vortrag von Edgar Müller (Saarwellingen)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Seit mehr als 200 Jahren ist die Eifel Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher, auch mineralogischer Untersuchungen und Veröffentlichungen. Durch die wesentlich verbesserten Untersuchungsmethoden, den Fleiß vieler Sammler und den ständig fortschreitenden Abbau der Vulkangebäude wurden eine Vielzahl neuer Mineralien entdeckt und beschrieben. Bis heute sind die Mikromineralien der Vulkaneifel ein Magnet für viele Sammler und Wissenschaftler und so ist es nicht verwunderlich, dass man dort Sammler und Wissenschaftler aus der ganzen Welt antreffen kann. Der Referent zeigt Fotoaufnahmen aus seiner Sammlung sowie absolute Raritäten und Stücke in hervorragender Ausbildung aus der Sammlung von Willi Schüller aus Adenau in der Eifel. (Rutil, folgende Seite Cristobalit und Pseudobrookit. – Fotos: Edgar Müller)


Samstag-Sonntag, 5.-6. Oktober 2019, jeweils 10.00-18.00 Uhr
16. Karlsruher Frischpilzausstellung
AG Pilze des Naturwissenschaftlichen Vereins (PiNK)
Nymphengarten-Pavillon des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe (Haupteingang)

Nachdem im letzten Jahr wegen Trockenheit diese Veranstaltung ausfallen musste, veranstaltet das Naturkundemuseum Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Pilze im Naturwissenschaft­lichen Verein (PiNK) die jährliche Frischpilzausstellung zum 16. Mal. Es werden voraussichtlich 250 bis 300 Arten gezeigt. Zusätzlich werden in einem großen Diorama Bäume und die mit ihnen vergesell­schafteten Pilze präsentiert. Außerdem gibt es wieder eine „Ausstellung in der Ausstellung“ über Schleimpilze mit mikroskopischen Demonstrationen mit dem bekannten und preisgekrönten Naturfilmer und Naturfotografen Karlheinz Baumann. Ein Pilzzüchter aus der Altmark wird Zuchtpilze verkaufen und Besucher mit einer Pilzpfanne verköstigen. Die Besucher können sich ferner über die neueste Pilzliteratur an einem Buchstand informieren, Pilze von den Pilzexperten der Arbeitsgruppe bestimmen lassen oder sie unter dem Mikroskop studieren. (Essbar oder nicht essbar – Pilzdiskussionen bei der Pilzausstellung 2017. – Foto: M. Scholler)


Dienstag, 8. Oktober 2019
Wer bin ich, und wenn ja wie viele – die Vielfalt der Antilopen
Vortrag von Dr. Eva Bärmann (Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Antilopen (Hornträger, Paarhufer) gehören zu den imposantesten und schönsten Vertretern der Säugetiere. Oftmals sind sie uns von Zoobesuchen bekannt, wo sie neben den Publikums­magneten wie Raubtieren und Elefanten ein wenig in den Hintergrund treten. Aber ein genauerer Blick lohnt sich, denn kaum eine (Groß-)Säugergruppe ist so artenreich und vielfältig wie die Antilopen. Sie haben unterschiedlichste Habitate vom Regenwald bis in die arktische Tundra bevölkert und zeigen ein vielfältiges Repertoire von Territorial- und Sozialverhalten. Ihre domestizierten Verwandten – Kuh, Ziege und Schaf – sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, und vielleicht liegt es an deren Präsenz, dass die Erforschung der Artenvielfalt der Antilopen für mehr als 100 Jahre kaum vorangetrieben wurde. Es herrschte die allgemeine Meinung, dass wir über Antilopen inzwischen alles wissen. Erst in den letzten Jahren kam wieder Bewegung in die Taxonomie der Antilopen, durch die kontrovers diskutierte Erhöhung der Artenzahl von ca.140 auf knapp 300. Was wissen wir also wirklich über die Artenvielfalt und die Evolution der Antilopen? Und wie können wir die Wissenslücken füllen? Die Referentin wird Ihnen zeigen, wie unbekannt uns diese faszinierende Tiergruppe tatsächlich ist und wie viel es noch zu deren Evolution, Verhalten und Lebensweise zu erforschen gibt.


Dienstag, 22. Oktober 2019
König der Nacht vom Neckartal
Film von und mit Ingrid König und Prof. Dr. Claus König (Ludwigsburg)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte Eulenart Europas. Man kann ihn deshalb mit Recht als „König der Nacht“ bezeichnen. Um die Mitte des 20. Jahrhunderts galt der Uhu in weiten Teilen Deutschlands als ausgerottet. Durch intensive Schutzmaßnahmen von Restpopulationen und ausgewilderten Uhus aus Nachzuchten konnte in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Wiederbesiedelung kleiner Gebiete in unserem Land erreicht werden. Inzwischen haben die Uhus viele Regionen unseres Landes wieder besiedelt und sind in den letzten Jahren auch im Neckartal heimisch geworden. Dort haben sie vor allem die Muschelkalkfelsen an Steilufern des Neckars besiedelt. Die Ludwigsburger Ornithologen Ingrid König und Prof. Dr. Claus König, welche schon an den Wiedereinbürgerungsversuchen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beteiligt waren, beschlossen deshalb, eine Filmdokumentation über den Uhu im Neckartal bei Ludwigsburg zu erstellen. In dieser befassen sie sich vor allem mit einem Brutvorkommen auf der Ludwigsburger Gemarkung. Dieses haben die Autoren von dessen erster Ansiedelung im Herbst 2014 bis in den Spätsommer 2017 im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie dokumentiert. Der Film befasst sich in erster Linie mit Ökologie und Verhalten des Uhus in den von Weinbergen umgebenen Neckarfelsen während drei erfolgreicher Brutperioden. Er bietet vor allem Einblicke in das heimliche Leben des „Königs der Nacht“. Dabei zeigt er auch  einmalige Aufnahmen aus dem Fortpflanzungsverhalten sowie  von der Aufzucht der Jungen. Besonders bemerkenswert ist, dass bei der Brut von 2015 das Männchen durch einen Unfall im Weinberg ums Leben kam und das Weibchen dennoch in der Lage war, die drei Junguhus erfolgreich aufzuziehen. Nachdem sich der weibliche Uhu neu verpaart hatte, wurden 2016 drei und 2017 vier Junge groß. So hoffen wir, dass uns der eindrucksvolle „König der Nacht“ im Neckartal erhalten bleibt und die dumpfen „ búoh“- Rufe des Uhumännchens dort weiterhin durch die Herbst- und Vorfrühlingsnächte schallen! (Foto: I. & C. König)


Dienstag, 26. November 2019
Brennendes Meereis: Methanhydrate – Klimakiller oder Zukunftsenergie?
Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Bohrmann (MARUM – Zentrum für marine Umweltwissenschaften, Bremen) im Rahmenprogramm zur Großen Sonderausstellung „Planet 3.0 – Klima. Leben. Zukunft“
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Methanhydrat ist eine, festem Eis ähnliche Verbindung aus Methan und Wasser und kommt weltweit am Grund der Ozeane sowie in den Permafrostgebieten Russlands und Kanadas vor. Methanhydrate werden einerseits als mögliche Energiereserve der Zukunft gehandelt, andererseits ist das so gespeicherte Methan auch ein gefürchtetes Treibhausgas, welches bei Freisetzung das Klima stark beeinflussen kann. Noch wird kein Methanhydrat zur Energie­gewinnung abgebaut, aber einige Länder experimentieren bereits damit. Bevor der Abbau beginnt, gibt es noch viel Unbekanntes zu den Methanhydraten zu erforschen. (Fotos: GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozean­forschung Kiel)


Dienstag, 3. Dezember 2019
Marine Kleinpilze – die großen Unbekannten
Vortrag von Prof. Dr. Marco Thines (Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt am Main)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

In Flüssen und Meeren wimmelt es nicht nur von Fischen und anderen Tieren, auch Pilze und pilzähnliche Organismen spielen in diesen Ökosystemen eine große Rolle. Dies sind aber keine Großpilze, wie sie in Form von Fliegenpilzen und Pfifferlingen in Wäldern vorkommen, sondern mikroskopisch kleine Arten, die dennoch einen großen Einfluss auf Ökosysteme haben. Insbesondere die Scheinpilze (Oomyceten) sind in allen Gewässern der Erde weit verbreitet und kommen dort sowohl als Zersetzer von Pflanzenresten, als auch als Parasiten vor. Diese Parasiten, von denen bislang nur ein Bruchteil der Artenvielfalt bekannt ist, greifen unter anderem einzellige Planktonorganismen an und können so zum Absterben ausgedehnter Algenblüten führen. Im Vortrag werden durch den Referenten, der Evolutionsbiologe und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie ist, Einblicke in die verborgene Welt dieser Organismen gegeben (insbesondere jene der marinen Oomyceten) und ihre Bedeutung für das globale Ökosystem aufgezeigt. (Lagenisma coscinodisci in der Kieselalge Coscinodiscus granii und Aphanomycopsis bacillacearum in der Kieselalge Pinnularia viridis – Fotos: A. Buaya)

Bitte besuchen Sie auch die Veranstaltungen unserer Arbeitsgemeinschaften!

Wir laden unsere Mitglieder und Interessenten herzlich zu unseren Veranstaltungen ein.

Auskunft erteilt: Dr. Robert Trusch, 1. Vorsitzender, Naturwissenschaftlicher Verein Karlsruhe e.V., c/o Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe, Erbprinzenstr. 13, 76133 Karlsruhe, Tel. 0721/1752842, E-Mail: trusch@smnk.de



Veranstaltungsprogramme des Naturwissenschaftlichen Vereins der Vorjahre und aktuelles PDF zum Download